FM Das Heft (0)

Wie man seine Leser begeistert und vergoldet

Auch heute, im Alter von 65 Jahren, frage ich mich immer wieder, ob meine seinerzeitige Entscheidung richtig war: Damals, mit rund 22 Jahren, hatte mir das Leben drei Möglichkeiten eröffnet: Zum einen, als Musiker meine Kreativität zu entfalten. Zum anderen, als Markt- und Motivforscher mein Zahlenverständnis kaufmännisch zu nutzen. Und zum Dritten, mein Sprachtalent und mein Verhandlungsgeschick im Verlagswesen zu schärfen.

Ich habe damals verstanden, dass ich als Musiker bestenfalls provinzielles Mittelmaß erreichen könnte. Also nicht.

Mit der Markt- und Motivforschung kann man nicht viel Geld verdienen. Das klappte weder seinerzeit noch heute. Also habe ich mich für das Medien-Machen entschieden. Und sehr schnell gelernt, dass eine einzige Sache in diesem Metier zählt: Du musst den Leser überraschen, anheizen, fesseln und möglichst bis zur letzten Seite bei der Stange halten. „Stay tuned“ heißt das im Fernsehen.

Im Geschäft mit den Büchern hat uns Ambrose Bierce vorexerziert, wie man den Leser in den ersten Zeilen aufregt, gewinnt und dafür sorgt, dass er bis zur letzten Zeile „dran“ bleibt. Eines seiner Bücher begann er in etwa mit den Worten: „Im zarten Alter von 16 Jahren beschloss ich, eine außergewöhnliche Handlung zu setzen. Also erschlug ich meinen Vater.“

Nach einem derartigen Einstieg willst du wissen, wie das weitergeht, wie es dazu kam und was mit dem Typen passiert. Diese Geschichte lässt dich nicht mehr los. So einfach ist das.

In Ermangelung von Kriminal- und Vatermörder-Geschichten (nein, sowas hat mich nie interessiert) können wir Ihnen nur mit dem Stoff, aus dem die luxuriösen Träume sind, dienen. Und das diesmal gleich von beiden Seiten. Denn wenn Sie dieses Heft wenden, dann werden Sie auf der Rückseite ein neues Magazin finden, das wir im Auftrag der Firma philoro für meinen Freund Rudolf Brenner gestaltet habe. Es heißt El Dorado und ist das erste professionelle Magazin hierzulande zum Thema Gold.

Corporate Publishing ist so eine Sache. Jeder Verleger, der etwas auf sich hält, mischt da gerne mit. Als Stein der Weisen gilt es, Nullnummern für Magazine zu kreieren, in denen der Auftraggeber möglichst fett abgefeiert wird. 

Ich habe vor einigen Jahren eine Stricherl-Liste jener Personen, die es geschafft haben, sich im eigenen Printmedium am häufigsten abzulichten, angefertigt. An erster Stelle liegt – unerreicht von allen anderen – die schon verwichene Vera Z., die es schaffte, in einer Fachzeitschrift 94 Mal ihr eigenes Konterfei auf 96 Seiten zu platzieren.  

Ekaterina und ich gehen sorgfältiger mit der eigenen Präsenz in unseren Publikationen um: Da darf nur ein einziges (kleines) Foto im Leitartikel erscheinen und womöglich, wenn es ein Interview gibt, ein überschaubar großes Bild gemeinsam mit dem Befragten. Als Dokument, dass dieses Gespräch wahrhaftig stattgefunden hat und nicht erfunden wurde. Soll es ja alles schon gegeben haben. Interviews mit Niki Lauda in Monte Carlo, obwohl sich der zu diesem Zeitpunkt gerade in Portofino befand. 

Um also zu den Corporate Publishing-Magazinen zurückzukehren: Manche, die sowas anbieten, glauben, dass das dann perfekt funktioniert, wenn nur die Auftraggeber möglichst häufig vorkommen, möglichst viele Zeilen über das Unternehmen, das das Magazin herausbringt, in die Publikation gepresst werden. 

Wir haben das genaue Gegenteil gemacht. Wir bitten unsere Auftraggeber, möglichst wenig egozentrisch daherzukommen und dafür spannende Geschichten zu erzählen.

Und plötzlich passiert etwas, womit kaum einer gerechnet hat: Du hast den Leser.

Das haben wir auch beim Gold-Magazin so gehalten. Und diese Idee hat sich – bei näherem Hinsehen – als faszinierender Goldgriff erwiesen. Denn kaum etwas regt die Fantasie der Menschen so an wie der güldene Stoff, aus dem die Träume sind. Ideen für Geschichten haben wir für die ersten 50 Ausgaben. Tauchen Sie mit uns ins goldene Lesezeitalter beim Wenden dieses Heftes ein. Und auf dieser Seite erfreuen Sie sich unter anderem an den schönsten Locations für Silvester, an einem Reisebericht aus dem Oman, an den Vorlieben der Spitzenköche, den zeitlosen Meisterwerken der Luxusfabriken und Stylingtipps für die Festtage. Doppeltes Lese-Vergnügen wünscht Ihnen Ihr

Christian W. Mucha

Herausgeber

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Glamourös ins Jahr 2020

Silvester ist für die meisten von uns etwas ganz Besonderes. Immerhin will man so stilvoll und perfekt ins neue Jahr rutschen wie nur irgendwie möglich. Wieso sollte man den Jahreswechsel also nicht mit einem coolen Städtetrip verknüpfen?

Abseits vom typischen Wiener Silvesterpfad oder einem gemütlichen Abend zu Hause gibt es viele glamouröse und außergewöhnliche Möglichkeiten rund um den Globus, um den Rutsch ins Jahr 2020 zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. 

Spektakuläre Aussicht

Wer die spektakulären Feuerwerke erleben und mitverfolgen, aber trotzdem nicht in der Menschenmasse zerquetscht werden will, reserviert sich am besten einen Platz in den angesagtesten und edelsten Locations, die einen Top-Ausblick auf das Geschehen garantieren. Der Champagner fließt und die teuersten und schmackhaftesten Köstlichkeiten werden serviert. Hier feiern die Schönen und Reichen. 

Egal ob man den Abend am liebsten unter Palmen, in der City, auf einem königlichen Ball oder in magischer Natur-Umgebung feiern will – für jeden gibt es die passende luxuriöse Location. 

Exklusive Angebote

Top-Hotels, Restaurants oder Bars der Metropolen dieser Welt bieten verschiedene Partys mit Luxus-Paketen an, den privilegierten Gästen eine glamouröse Flucht vor der Masse ermöglichen. Dekadenz ist garantiert: Champagner, Hummer, erstklassige Musik-Acts und sogar eigene Butler tragen dazu bei, den Silvesterabend in vollen Zügen genießen zu können. 

 

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Wüsten, Wadis und Wasserfälle

Die größte Sandwüste der Erde, die Rub al Khali. Wadi Dawkha, ein UNESCO Welterbe, das auch „Wiege des Weihrauchs“ genannt wird. Und zur Abkühlung die Wasserfontänen von Salalah: Die Stadt im Süden des Oman wird auch „Perle am Indischen Ozean“ genannt. Eine spannende, jedoch noch eher unbekannte Tourismusdestination.

Auch Ekaterina Mucha verschlägt es vom 5. bis 10. November zum ersten Mal in den Süden des Sultanats auf der Arabischen Halbinsel. Dank dem Österreichischen ReiseVerband (ÖRV), der hier seinen Herbstkongress 2019 abhält. Und sie ist, wie die übrigen Teilnehmer, beeindruckt. Wenngleich die Anreise etwas beschwerlich für einen Kurz-
aufenthalt ist, da es keine Direktverbindung von Wien nach Salalah gibt. Abflug mit Emirates von Wien-Schwechat ist um 15.05 Uhr. Mit Zwischenstopp in Dubai. Der Check-in im Kairaba Mirbat Resort erst kurz vor 4 Uhr früh. 

Alles Weihrauch

Gleich für den nächsten Tag haben FTI und Meeting Point ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Nach dem Brunch geht’s mit modernen Jeeps zu einem spannenden Tag in die Wüste. 

Weihrauch begründete den frühen Reichtum der Region Dhofar. Sie ist noch heute bekannt dafür. 40 km nördlich von Salalah befindet sich am Rand der Hauptstraße nach Thumrayt das Wadi Dawkah. Unter einem Wadi versteht man ein Tal oder einen Flusslauf, der häufig erst nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Im östlichen Viertel des Wadi Dawkah sind auf fünf Quadratkilometern insgesamt etwa 1000 Weihrauchbäume (Bosmellia sacra) verstreut. 

Weihrauch gehört zu Salalah wie der Sand zur Wüste. Der Handel mit dem luftgetrockneten Gummiharz prägt seit Jahrtausenden die Geschichte der Region. Unterschieden werden drei Qualitäten (Preis zwischen 5 und 25 Euro pro Kilo). Der Weihrauch wird weltweit exportiert. Im Oman verwendet man ihn, anders als bei uns, nicht nur im religiösen Kontext. Die heilende Wirkung wird ebenso geschätzt. Es ist üblich, ihn zu kauen. Das soll gegen Entzündungen wirken.

 

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X-Mas Look

Man soll die Feste bekanntlich feiern, wie sie fallen: In der Winter-Saison werden glamouröse Bälle und Partys veranstaltet. Passende Styling-Tipps dafür finden Sie hier. 

1. Macht sich ideal unter dem Weihnachtsbaum: Der „Rouge Pur Couture Holiday“ Lippenstift mit glitzerndem Stern-Design von Yves Saint Laurent. Passend dazu gibt es die gleichnamige Lidschatten-Palette mit Rouge. 2. Die „Hypnôse Drama“ Mascara von Lancôme sorgt für einen atemberaubenden Augenaufschlag. 3. Der „Rouge G“ Lippenstift von Guerlain ist so einzigartig wie die Frau, die ihn trägt. 4. Diese metallischen Puder-Kügelchen von Guerlain lassen die Haut in zarten Gold- und Rosétönen erstrahlen: „Météorites“. 5. Guerlain verspricht glänzende Momente mit dem goldenen „Terracotta Goldenland Iridescent Highlighting Powder“. 6. Die Max Factor Mascara „Lash Revival“ sorgt für längere und vollere Wimpern. 7. Makelloses Finish verspricht die „Stay naked“ Foundation von Urban Decay. 8. Lassen Sie es auch auf den Nägeln glitzern: Etwa mit dem veganen Lack „Gold-
digger“ von exurbe. 9. Perfekt dazu? Goldener Lidschatten „Les Phyto Ombres“ von Sisley – und Sie sind chic für die Feiertage!

 

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Top oder Flop

Das Schicksal einer Nation ist abhängig davon, wie sie sich ernährt“, schrieb einst der französische Gourmet und Gastronom Jean Anthelme Brillat-Savarin. Der Ruf einer Nation wird heute nicht zuletzt durch den Geschmackssinn geprägt. Das wissen auch die Staatenlenker. So wurden die Küchenchefs die neue Diplomatenriege. 2012 startete das US-State-Department das Programm „Chef Corps“ mit dem Ziel, die amerikanische Küche in die Welt hinauszutragen. 

Das erste Land, das versuchte, seinen Ruf über seine Landesküche aufzupolieren, war Thailand. 2002 startete das Global Thai Program mit dem Ziel, die Zahl der Thai-Restaurants im Ausland zu steigern. Der Import von Thai-Lebensmitteln im Ausland wurde vereinfacht. Kochkurse wurden gefördert. Südkoreas „Kimchi-Diplomatie“ hatte ähnliche Ziele. Um das Image des Landes zu verbessern und nicht immer mit dem kommunistischen Nachbarn im Norden verwechselt zu werden –  was nicht besonders einträglich für die Wirtschaft war –, startete man dort 2009 das Programm „Korean Cuisine to the World“. Das Ziel der Regierung war: Viermal so viele koreanische Restaurants im Ausland bis 2017 und ein Platz unter den Top fünf der meistvertretenen Länderküchen weltweit. Das Programm wurde mit kolportierten 44 Millionen Dollar unterstützt. 

Aber weniger die Aktivitäten der Politik, sondern eher die Segnungen der Globalisierung haben dazu geführt, dass eine Reise in ein fremdes Land keine kulinarische Überraschung mehr ist. Heute muss man nicht mehr nach Italien reisen, um Pizza zu essen, nicht nach Spanien für Tapas oder nach England, um Fish & Chips zu probieren. Die deutsche Bratwurst hat längst ihren Siegeszug über den großen Teich angetreten. Im Gegenteil, für den Reisenden gestaltet es sich immer schwieriger, authentische nationale Küche zu erleben. Umgekehrt wird es auch zu einer immer größeren Herausforderung, im Inland einheimische Kost auf den Teller zu bekommen.

 

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Luxus-Nuancen

Ein Duft sagt mehr als tausend Worte. Je interessanter das Parfum, desto vielseitiger die Person, die es trägt. Elite stellt die aktuellsten Kreationen für Sie und Ihn vor:

Salvatore Ferragamo versprüht mit der limitierten Holiday Edition von „Signorina“ Weihnachtsstimmung. Der Duft kombiniert lebhafte Noten von rosa Pfeffer mit den großzügigen Blütenblättern von Jasmin und Rose und der cremigen Süße von Pannacotta.

„Les Sables Roses“ ist ein zeitloser Duft von Louis Vuitton, der Schönheit und Pracht zweier legendärer Inhaltsstoffe enthält: Rose und Oudh.

Ein Zusammenspiel aus tropischem Vetiver und aromatischem Amber, gefolgt von einer Verschmelzung edler bulgarischer Rose mit Caladium: Das ist Balenciaga „Florabotanica“ (bei Marionnaud). 

„Arizona Intense“ von Proenza Schouler versprüht pure Feminität und ist gleichzeitg warm und bunt. Es ist der erste florale Duft mit einer Essenz aus dem Sternkaktus, der nur nachts und nur einmal im Jahr blüht. 

Ein süßer Mix aus Vanille und Kastanie wird von Sandelholz und Jasmin, der Duftsignatur von Zadig & Voltaire in „This is Her“, perfekt abgerundet.

Bei der „Good Girl Glorious Gold“-Edition von Carolina Herrera erstrahlt der legendäre Stiletto-Flakon in goldenem Glanz. Das Parfüm kombiniert die süßen Eigenschaften von Jasmin mit intensiven Kakao-Noten und Tonkabohne. 

 

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Wenn das Handy nervt

Danke, dass Sie Elite gekauft haben. Danke, dass Sie diesen Leitartikel lesen. Wenn ich Sie mir so vorstelle, wie Sie unsere Zeitschrift in Händen halten, dann gehe ich davon aus, dass Sie Hedonist sind. Dass Sie also die feinen, eleganten, das Leben verschönenden Momente genießen. Dass Sie gerne reisen, speisen und keine Berührungsängste haben, um sich mit kleinen und großen Dingen das eigene Leben angenehmer zu machen. Ist eh so kurz. Und man hat nur eines.

Sie sind also das, was man unter einem Genussmenschen versteht. Und wenn Sie nicht mit Reichtum, Erfolg, einem fetten Erbe gesegnet sind oder im Lotto gewonnen haben (also zu 97 % der Weltbevölkerung gehören), dann erfreuen Sie sich (und das dokumentieren Sie mit der Lektüre dieses Magazins) neidlos (!) daran, dass andere sich diesen Genuss leisten. Und sich nicht dafür schämen. Wird in Zeiten der Grün-Bewegung und steigender Anforderungen, was politische Korrektheit betrifft, sowieso immer schwieriger, das sogenannte Leben im Luxus. Bevor wir also nix mehr dürfen, uns kasteien, uns für die Yacht, das Luxus-Gefährt, die Kreuzfahrt oder das Verzehren von Gänseleber abgrundtief genieren und uns all dies selber vermiesen, gilt es noch, die letzten Möglichkeiten eines luxuriösen Lebens zu dokumentieren.

Dafür braucht man eigentlich nur ein Handy. Und ein soziales Netzwerk. Die Mobiltelefon-Industrie hat sich längst darauf eingestellt. Die neuen Mobil-Tools bieten Top-Kameras – fast schon in Leica-
Qualität – und perfekte Auflösung. Doch wenn Sie das nächste Mal Ihren Instragram-Account füllen oder ihre Facebook-Freunde beglücken wollen, sollten Sie über eine Anregung von Juan Amador nachdenken. 

Österreichs erster Drei-Sterne-Koch hat in seinem hochdekorierten Gourmet-Tempel in Wien das Fotografieren der Speisen verboten. Auf meiner Facebook-Seite hat er sich selber zu Wort gemeldet und schwächt – wohl auch angesichts der heftigen und kontroversiellen Diskussion darüber – das Wort „verboten“ ab und ersetzt es durch „empfohlen“. Doch leider klappt so was nicht. Empfohlen heißt: „Lasst‘s das bei mir. Es ist mir zuwider. Aber wenn‘s sein muss, dann macht‘s den Mist halt…“ Und damit ist seine Position schlagartig verloren. Weg, perdu.

Ich habe dazu folgende Meinung: Chacun à son goût (jeder nach seinem Geschmack). Wenn jemand so dumm ist, vor lauter Fotografieren den feinsten Rindslungenbraten kalt werden zu lassen, dann ist er selber schuld.

Die Food-Ablichter sind auch meiner Meinung nach arm dran. Es ist schlecht erzogen, unhöflich, stört die anderen Gäste und verdirbt die ungetrübte reine Freude am Genuss. Zusammengefasst: Mir gehen die genauso auf den Wecker wie die Gaffer bei Autounfällen. Eine Zeitung hatte seinerzeit, als ich noch ein Kind war, nix zu suchen am Tisch. Und das gilt heute für das Handy. Weg damit. Einstecken, wegräumen, verschwinden lassen. Und vorher abdrehen. Ich will keine Anrufe während dem Essen. So viel privatime Zeit muss sein.

Wir wurden streng erzogen. Mutter platzierte uns schlanke Bücher unter die Arme zum Üben beim Essen, damit wir die Ellenbogen nicht wegspreizen. Lümmeln galt als tabu. Als ich bei einer bekannten Aristokratenfamilie eingeladen war, war ich entsetzt, dass dort die Kinder bei Tisch lümmelten. Darauf stand in unserem bürgerlichen Haushalt schon fast die Todesstrafe. Aber für uns Kinder waren die Regeln kein Problem. Wir waren stolz auf unsere guten Tischmanieren. 

Ich habe mich jedenfalls bemüht, das auch meinen Kindern so beizubringen.

Damals, vor gefühlten 100 Jahren, widmete man die ungeteilte Aufmerksamkeit noch einander wechselseitig. Da redete man miteinander. Sah sich gegenseitig an. Meine Eltern waren da absolut intolerant, wenn‘s um uns Kinder ging. Die Mickey Mouse lesen bei Tisch? Undenkbar. 

Vielleicht bin ich ja altmodisch: Aber mir geht‘s noch immer entsetzlich auf den Nerv, wenn mir bei einem Gespräch ein Schnösel gegenübersitzt und dauernd auf seinem Handy herumtippt, während er vorgibt, mit mir zu reden. „Können‘s das nervende Ding wenigstes für die paar Minuten, während wir reden, abdrehen und sich auf unser Gespräch konzentrieren? Das wäre höflich…“, ist man versucht zu sagen… Aber er kann natürlich nicht (wieso – isser süchtig?) – und ich sage das nicht. Aus reiner Höflichkeit.

Ich gebe Juan Amador also recht: Werfen‘s die elenden Knipser raus, Herr Amador! Er wird nur ein Mega-Problem kriegen: Wenn du im Dienstleistungsgeschäft bist, musst du Kompromisse machen. Für die Gäste. Sonst bist du schnell als arrogant verschrien. Und weg.

Deshalb empfiehlt es sich nicht – bei aller Sympathie und gleicher Meinung meinerseits –, gegen den Strom zu schwimmen. Und dieser Strom (die Handymanie) ist die stärkste Innovation der Menschheit und damit eine gewaltige Kraft. Die wird auch ein Amador nicht verbannen und bändigen. Leider. Also liegt es an Ihnen, geschätzte LeserInnen.

Guten Appetit ohne Handy und viel Freude bei der Lektüre dieses Heftes wünscht Ihnen Ihr

Christian W. Mucha

Herausgeber

 

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Sieben-Sterne-Himmel

Am höchsten, am teuersten, am komfortabelsten. Die außergewöhnlichsten und unglaublichsten Hotels der Welt schmücken sich gerne mit Superlativen. Schließlich klingen diese nicht nur gut, sondern locken auch Gäste an. Gold, Silber, Marmor, Glitzer, Glamour, edles Ambiente, erlesene Küche, beste Aussichten – und all das mit einem Service, der keinen Wunsch unerfüllt lässt. Sich auf höchstem Niveau nach Strich und Faden bedienen lassen. Das ist hier möglich. Oder geht es doch nur um den ultimativen Überfluss? 

Die von manchen Nobelhotels angegebenen sieben Sterne existieren offiziell nämlich nicht einmal. Es gibt weltweit kein international einheitliches Vergabesystem. In den jeweiligen Ländern werden die Sterne nach unterschiedlichen Kriterien vergeben. Die Klassifizierung der Hotels ist freiwillig und immer nur für drei Jahre gültig. „Jeder Betrieb kann selbst entscheiden, ob er sich am Verfahren beteiligen möchte“, erklärt Markus Luthe, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA (siehe Kasten links). „Erst wird ein Erhebungsbogen elektronisch ausgewertet, dann überprüft eine Klassifizierungskommission die Angaben vor Ort. Es gilt das Prinzip: Wie viele Sterne man bekommt, hängt davon ab, wie viele Merkmale des Erhebungsbogens vor Ort vorhanden sind.“ 

Fünf Sterne sind das Maximum 

Stefanie Heckel, Sprecherin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, erklärt: „Die maximale Anzahl der Sterne ist fünf und wird für Ausstattungsmerkmale und Serviceangebote vergeben. Wirbt ein Hotel mit mehr Sternen, ist das reine Marketingaussage und hat nichts mit einer transparenten Klassifizierung zu tun.“ Das habe sich weltweit so etabliert, ergänzt Torsten Kirstges, Professor für Tourismuswirtschaft an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven: „Eine zu starke Differenzierung würde mehr verwirren als nutzen.“ Die Ansprüche in den einzelnen Ländern sind zu unterschiedlich. So legen Nordeuropäer Wert auf große Betten, Franzosen auf ein Bidet und Amerikaner auf eine Eismaschine. 

Ultraluxuriös

Um sich als „ultraluxuriöses“ Hotel zu qualifizieren, muss sich das Haus besonders um seine Gäste bemühen: Dazu gehört etwa ein Chauffeur, der die Gäste in der Luxuskarosse vom Flughafen abholt und dabei ihre Lieblingsmusik spielt, oder ein Butler, der einen zum Shopping begleitet und die Einkaufstaschen trägt. Diese (oft selbsternannten) 7-Sterne-Hotels heben sich de facto bei ultimativem Luxus und Privatsphäre ab, überzeugen durch überragende Qualität, exzellenten persönlichen Service und luxuriöse Ausstattung.

Burj al Arab Jumeirah

Er thront wie ein Segel im Wind auf einer eigens angelegten Insel im Persischen Golf und überzeugt mit fünf Swimming Pools, einem Infinity-Pool und Luxus-Cabanas mit grandiosem Ausblick aufs Meer. Den Gästen wird die perfekte Kombination aus arabischer Opulenz und exquisitem Service geboten.

TOP:

  • Helikopter-Landeplatz
  • Privatstrand
  • Rolls Royce-Service
  • eigenes Golf-Cart
  • private Rezeption auf
    jeder Etage
  • persönlicher Butler
  • acht Weltklasse-Restaurants

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Star-Köche bei den Nachbarn

Slowenien

Hiša Franko

Eigentlich wollte sie Diplomatin werden. Doch dann setzte sich bei Ana Roš die Kulinarik-Leidenschaft durch. Als autodidaktische Ausnahme-Köchin kreiert sie im Hiša Franko im slowenischen Kobarid, gut eine Stunde von der österreichischen Grenze entfernt, eine regionale Küche, gewürzt mit Zutaten aus der Umgebung. Mit Respekt vor den Bauern, Produzenten und Verarbeitern im Hintergrund. Vieles ist Intuition. Das meiste ist Passion und Herzblut. Lebensmittel sind die Botschafter des Territoirs. Ein Koch soll die Fähigkeiten besitzen, diese in ein Gericht zu verwandeln. 

Als „weltbeste Köchin“ 2017 von „The World‘s best Restaurants“ ausgezeichnet, begeistert Roš gemeinsam mit ihrem Mann in ihrem Familienbetrieb im Soča-Tal mit Gerichten, die die traditionellen Wurzeln erkennen lassen. Tolminer Käse, Weidelamm und Kitzfleisch aus dem Dorf Dreznica. „Mit meinem Essen möchte ich die Saison, die Lokalität, meinen Charakter, meine Reisen, aber auch Weiblichkeit ausdrücken“, sagt die Mittvierzigerin. Der Andrang im Lokal ist groß. Mitunter müssen Gäste Wochen im Voraus reservieren. 

hisafranko.com

Ungarn

Stand 25

Tamás Széll war Küchenchef des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurants Onyx in Budapest. 2016 wurde er mit dem Bocuse d’Or, dem Oskar der gehobenen Gastronomie, ausgezeichnet. Heute führt er mit seiner Frau das Bistro „Stand 25“ am Hold Utca, dem Genuss-Markt im Herzen der Hauptstadt. Für ihn ist es ein spannender Abstecher aus der Welt der feinen Küche. Abwechslungsreich, leger, aber weiterhin kompromisslos in punkto Qualität und Zutaten. Nur was gerade saisonal am Höhepunkt ist, wird verarbeitet. Unter dem Motto: Die Natur ist der beste Koch. Symbolträchtige ungarische Freestyle-Küche wird geboten. Oder wie sagte es Károly Gundel, der mit seiner Gundel Palatschinke berühmt gewordene ungarische Koch, einmal: „Unsere Speisen sind wie unsere Musik und Sprache, sie unterscheiden sich von denen anderer Europäer. Aber dieser Unterschied dient nur zu ihrem Vorteil.“ stand25.hu

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Sammler-Leidenschaft

Der Kunst wird die magische Kraft zugeschrieben, Wertloses in Unbezahlbares zu verwandeln. So wie ein Priester, wenn er eine Hostie in den Leib Christi verwandelt. Für Kapitalisten sind Kunstwerke nichts anderes als Statussymbole. Kunst ist gleich Geld, sind Aktien in schönerer Form. Der Marktwert gilt als wichtigster Faktor im Kanonisierungsprozess von Kunst. Das Wertsteigerungspotenzial scheint dabei grenzenlos. Der limitierten Anzahl von Kunstwerken steht eine immer größere Zahl an Käufern und Sammlern gegenüber. Das verursacht einen extremen Anstieg des Preisniveaus am Kunstmarkt. Denn durch den Einstieg Chinas und anderer asiatischer Schwellenländer in den Kunstmarkt ist dieser global geworden und weist gerade bei den Blue-Chip-Werten starke Anstiege auf.

Haben sich die Namen der Künstler einmal als Marke etabliert, gibt es anscheinend für die Preise nur eine Richtung, wie als Beispiel ein Gemälde von Pablo Picasso zeigt. Das Werk „Les Femmes d’Algier“ wurde 1997 um rund 32 Millionen Euro versteigert. 2015 in New York kam das gleiche Bild für rund 179 Millionen Dollar unter dem Hammer. Was damals ein Rekordwert für ein Gemälde war, ist jedoch heute nur noch Schnee von gestern. Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ erzielte 2017 bei einer Auktion 450 Millionen US-Dollar. Auf der anderen Seite nagen viele Künstler, die nicht vom Kunstmarkt gehypt werden, am Hungertuch.

Die künstlerische Begabung ist längst nicht genug, um am hart umkämpften Markt zu bestehen. Selbstvermarktung und die Vernetzung mit Galeristen und Kunsthändlern gehört heute genauso zum Anforderungsprofil eines erfolgreichen Künstlers wie das Beherrschen des Handwerks. Künstlerische Qualität allein ist zu wenig, um sich durchzusetzen. Das weiß auch Herbert Liaunig, dessen Sammlung heute rund 3.800 Werke von 380 Künstlern umfasst. „Es gibt Künstler, die sich nicht gut vermarkten oder keine Galerie gefunden haben und so über Jahrzehnte unterbewertete Positionen hatten. Diese Künstler zu finden und ihre Arbeiten und deren Bedeutung zu zeigen, ist für mich immer wieder spannend“, so Liaunig, der als vermögender Sammler in der Förderung der Kunst eine soziale Verantwortung sieht. Trotzdem gibt es noch viel zu wenige solcher Kunstsammler, um all die Talente aufzusammeln und zu entdecken, die im Verborgenen ihr Genie vergeuden. Und die wohl das romantische Schicksal ereilen wird, erst nach dem Tode Ruhm zu erlangen.

Wie glücklich kann sich da ein Künstler schätzen, wenn sich ein Mäzen seiner annimmt. So wie es einst die Medicis taten, die als Förderer Florenz zum Kunstzentrum der damaligen Zeit machten. Die von ihnen protegierten Künstler wie Donatello, Michelangelo oder Masaccio schufen Werke, die bis heute Weltruhm genießen. „Im Namen Gottes und des Gewinns“ stand in den Geschäftsbüchern der Medici.

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