Artisan Partisan

Mit einem bohemian Mix aus Folklore und artisanalen Materialien vereint die Kleidermacherin verschiedene ethnische Einflüsse mit einem weltumspannenden Stoff. Wir erleben eine Kollektion, die unterschiedliche Kulturen und Traditionen kunstvoll miteinander verschmelzen lässt.

© Stefan Knauer/Getty Images for Lena Hoschek

Die wunderbare Reise der Designerin beginnt in Wien – der Stadt, die neben Paris während der Empirezeit als Modemetropole galt. Damals absolut en vogue: der Wiener Schal, ein ursprünglich persisches Paisley aus feiner Seide und Wolle mit handgeknüpften Fransen. Inspiriert von diesem Must-Have aus dem 18. Jahrhundert, das heute noch auf die selbe Art und Weise in einer altehrwürdigen Wiener Seidenweberei hergestellt wird, ließ Lena Hoschek prachtvolle Paisleys in voller Stoffbreite für ihre Kollektion weben.

© Stefan Knauer/Getty Images for Lena Hoschek

Lenas Weg führt weiter über den Balkan bis über die Grenzen des anatolischen Raumes. So bereichern handgewebte pakistanische Ikat Seiden und persische Granatapfelverzierungen die Entwürfe. Auch fast barock wirkende Muster moldawischer Rosenkelims zieren die eigens für die Kollektion entworfenen Stoffdrucke. Inspiriert vom orientalischen Gewürzbasar werden die Designs schließlich in eine Farbpalette aus 1001 Nacht getaucht. Ein kurzer Abstecher führt die Designerin weiter an den Comer See – die Region, die bereits im 17. Jahrhundert als Hauptstadt der europäischen Seide galt, wo sie Paisleys in einer Krawattenseide-Manufaktur einkauft, um sie in spektakuläre Couture Roben zu verarbeiten. Mit Stoffen aus Spanien im Gepäck geht es weiter nach Frankreich. Dort angekommen, lässt sie in Anlehnung an antike Teppichmuster, pittoreske Stoffe mit Arabesken besticken.

© Stefan Knauer/Getty Images for Lena Hoschek

Die Kompositionen á la Hoschek vereinen in der AW20/21 Kollektion neben erdigen Tönen vor allem auch die Farbe Rot in allen Nuancen. Eine betörende Farbe, die nicht nur für pure Lebenslust steht sondern auch Sehnsüchte und Erinnerungen hervorruft. Weiblich und mondän, wie man es von Lena Hoscheks Designs seit jeher kennt, besinnt sich die Modemacherin in dieser Saison stark auf ihre Wurzeln, die im November das 15. Jubiläum markieren. So ernennt sie ihre charakteristischen Bänder zu den Protagonisten der Kollektion und lebt dadurch ihre Sammelleidenschaft und die Liebe zur Handwerkskunst in vollen Zügen aus.

© Stefan Knauer/Getty Images for Lena Hoschek

Das althergebrachte und traditionelle Handwerk in unserer schnelllebigen Zeit auf Messers Schneide – Lena Hoschek sieht darin die Mission ihres Labels. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens, besinnt sich die Kleidermacherin auf alles was sie liebt und ehrt und kreiert eine Kollektion, die all das verkörpert, wofür die Marke seit Anbeginn steht und woran Lena, ihr Team und ihre treuen Kunden fest glauben: den Erhalt von Schneiderhandwerk, das Überleben der alten Textilindustrie Europas und nicht zuletzt die Verehrung der weiblichen Silhouette. Gemäß dem Kollektionsmotto und fast schon kämpferisch setzt sich Lena Hoschek bereits seit eineinhalb Jahrzehnten für all diese Werte ein und wird dies auch weiterhin tun.

© Stefan Knauer/Getty Images for Lena Hoschek

Unter den zahlreichen Fans und Gästen befinden sich an diesem Tag neben den Models Franziska Knuppe und Jana Heinisch unter anderem auch die Sängerin Marla Blumenblatt und Stilikone Britt Kanja.

20. 1. 2020 / gab