Raus aus dem Schatten

Bekanntlich ist es schon schwer genug, sich international einen Namen zu machen. Im Showbiz. Als Künstler. Als Model. Doch nur wenigen mit prominenten Eltern gelingt es, ihren eigenen Vornamen zu etablieren.

 

Sie sind beliebt. Sie werden beneidet. Die Presse begleitet sie von ihrer frühesten Kindheit an argwöhnisch. Manche sind bereits in jungen Jahren weltberühmt: Die Sprösslinge von prominenten Eltern haben es – das zeigen unzählige Beispiele –  unvermuteterweise gar nicht so leicht, aus dem Schatten ihrer Erzeuger zu treten. Und sich selbst zu positionieren. Ihre eigene Karriere zu entwickeln. Mit ihren berühmten Namensgebern gleichzuziehen. Oder sie gar zu übertreffen. So zeigt sich denn, dass das Erarbeiten des eigenen Vornamens manchmal schwieriger ist, als sich aus dem Nichts einen großen Namen im internationalen Showbiz zu machen.

Der wohl traurigste Fall ist der von Lisa Marie Presley. Die einzige Tochter der Rock’n’Roll-Legende Elvis Presley hatte jahrelang Suchtprobleme. Sie kämpfte bereits im Teenageralter mit ihrer Drogenabhängigkeit. Aber auch Michael Douglas, der es geschafft hatte, als Sohn des berühmten Kirk Douglas zum Welt-Schauspieler zu avancieren, hatte mit Sohn Cameron seine Nöte. Drogenkonsum und -besitz. Sieben Jahre hinter Gittern.

Ich freilich berichte viel lieber über Erfolg als über Scheitern: Allen voran steht die Urenkelin des Hotel-Tycoons Conrad Hilton, Paris Whitney Hilton. Sie hat sich zum ultimativen It-Girl gemausert, betreibt Selbstinszenierung par excellence und ist auf jedem rotem Teppich gern gesehener Gast.

Ein Musterbeispiel ist auch Georgia May Jagger, die Tochter von Rocklegende Mick Jagger, die als britisches Top-Model erfolgreich ist: Werbung für Hudson Jeans. 2009 auf dem Cover der britischen Vogue. Für Chanel am Laufsteg. Die größte Ehre wurde ihr mit 20 zuteil: Neben Kate Moss und Naomi Campbell durfte sie bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2012 in London laufen.

Auch stark unterwegs: Kaia Gerber. Ihre Mama ist keine Geringere als Cindy Crawford. Kaia bekam bereits im Alter von gerade einmal zehn Jahren ihren ersten Werbejob für die Kinderlinie „Versace Young“. Danach folgte mit 16 Jahren ihr Laufsteg-Debut für Calvin Klein. Sie begleitete Kampagnen der großen Modehäuser Valentino, Miu Miu und Karl Lagerfeld. Auch Heidi Klum ist gut unterwegs, was die Karriere ihrer Tochter Leni betrifft. Wenn da Alt und Jung zusammenspielen, kann Großartiges entstehen. Eine neue Karriere wachsen.

Für den Cover der vorliegenden Elite-Ausgabe haben wir ein außergewöhnliches Sujet mit Lily Collins ausgewählt. Die Tochter des berühmten Musikers Phil Collins verdingte sich schon im Teenageralter als Kolumnistin. Sie publizierte für die Magazine „Seventeen“ und „Teen Vogue“. Und ergatterte sogar einen Schreiberjob bei der „Los Angeles Times“. Heute zählt sie zu den bekanntesten Gesichtern der Mode-Branche. Auch als Schauspielerin konnte sich das mittlerweile 32 Jahre alte Multitalent einen Namen machen. Den großen Durchbruch schaffte sie mit der Netflix-Serie „Emily in Paris“. Dort spielt sie die Hauptrolle, eine Amerikanerin, die nach Paris zieht, um in einer Modefirma zu arbeiten. Erfolgreich ist sie aber auch als Markenbotschafterin. Unter anderem für die Beauty-Firma Lancôme (mehr dazu auf Seite 14 im aktuellen Heft).

Die Liste von prominenten Kindern, die es dann doch geschafft haben, ist eindrucksvoll. Jon Voight ist den Älteren zwar kein Unbekannter, seine Tochter hat es jedoch geschafft, ihn in den Schatten zu stellen: Sie hört auf den Namen Angelina Jolie. Die Mutter von sechs Kindern und Exfrau von Brad Pitt zählt bereits seit den Neunzigerjahren zu den absoluten Top-Stars des Show-Biz. Auch der Nachwuchs von Melanie Griffith hat es richtig gemacht:  Dakota Johnson, die Tochter der bekannten Schauspielerin, die vor allem in den Achtziger- und Neunzigerjahren Furore machte, feierte schon in jungen Jahren ihre ersten Erfolge: Schon mit neun tauchte sie auf den Kinoleinwänden auf. Der große internationale Durchbruch gelang ihr mit der Romanverfilmung „50 Shades of Grey“. Seither zählt sie zu den Gagen-Königinnen. Viele andere beweisen, dass man nicht der Drogensucht verfallen muss, abstürzen muss oder in Depressionen verfällt, wenn man es richtig macht. Oder nehmen wir Sarah Margaret Qualley. Die 26-Jährige ist das dritte und jüngste Kind der Schauspielerin Andie MacDowell. In der Fernsehserie „The Leftovers“ stellte sie ihr Können unter Beweis. Oder nehmen wir etwa die Tochter von Aerosmith-Frontmann Steven Tyler, Liv Tyler. Sie entschied sich gegen eine Karriere im Musik-Biz und wurde Schauspielerin. Heute zählt sie zu den bekanntesten Gesichtern weltweit. So wurde sie 2018 in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt.

Und wir? Wir schauen, wie wir mit den eigenen Kindern zurechtkommen. Versuchen, ihnen die Wege zu ebnen. Und erfreuen uns an tollen internationalen Erfolgsgeschichten. Bei denen man erkennt, dass die Gene schon extrem wichtig sind, wenn’s um das Thema Talent geht. So hoffe ich, dass auch Ihnen bei Ihren Kindern die Freude des Gedeihens beschert ist.

Ihre

Ekaterina Mucha

 

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