Das Bahnland Schweiz mit seiner unglaublichen Vielfalt

Kleines Land mit vielen Facetten: In der Schweiz finden Bahnenthusiasten ihr Glück. Spektakuläre Fahrten führen über hohe Brücken, wie das Landwasserviadukt, mit uneingeschränktem Blick auf die Bergwelt. Mit Kehrtunnel erklimmen die Züge die Berge und bieten den Mitreisenden nach der Durchfahrt immer wieder neue Ausblicke. Einige Strecken führen entlang der vielen Seen in der Schweiz. Sie durchqueren die Alpen von Nord nach Süd und von West nach Ost. Die Routen verbinden kleine Bergdörfer mit den Metropolen Zürich oder Genf, im Tessin genießen Reisende italienisches Flair. Aus den Panoramawagen bewundern die Gäste die Gletscher, betrachten die Almwiesen und lassen die Berggipfel auf sich wirken.

Eine spektakuläre Fahrt auf der höchsten Bahnstrecke Europas

©Rhaetische Bahn

Eines der Highlights im Bahnland Schweiz ist der Bernina Express der Rhätischen Bahn. Die höchste Bahnstrecke Europas bietet zahlreiche natürliche Höhepunkte entlang der Route. Auf der Fahrt von Chur ins oberitalienische Tirano durchfahren die Panoramawagen insgesamt 55 Tunnel und überqueren 196 Brücken. Die stärkste Steigung erreicht einen Wert von 70 Promille. Eine Brücke wie das weltberühmte Landwasserviadukt gibt es auf dem Globus nur einmal, seit 2008 trägt es den Titel eines UNESCO-Weltkulturerbes. Nach der Abfahrt in St. Moritz geht es dann zum Lago Bianco, der höchste Punkt ist das Ospizio Bernina auf 2.253 Höhenmetern. Das nächste architektonische Meisterwerk bildet kurz vor der Ankunft am Zielort Tirano das Kreisviadukt bei Brusio.

Zum Osterhasen nach St. Moritz

©Rhaetische Bahn

Bahnfreunde haben auch die Möglichkeit die spektakuläre Strecke zwischen Chur und St. Moritz in Zügen zu genießen, die im regulären Fahrplanverkehr unterwegs sind. Die Rhätische Bahn hat ein breites Programm mit Sonderfahrten, die die Alpen unter unterschiedlichen Überschriften durchqueren. Am Ostermontag, dem 18. April 2022, wartet während der Fahrt ein Drei-Gänge-Menü auf die Gäste auf dem Weg nach St. Moritz. Zu den Strecken-Highlights gehören das Landwasserviadukt und die Albulalinie durch das wilde Albulatal.

Die Fahrt inklusive des Drei-Gange-Menüs mit Apéro und Kaffee kostet ab CHF 131,00 pro Person für Erwachsene. Abfahrt ist in Chur um 11.58 Uhr, nach dem Stopp um 14.00 Uhr in St. Moritz, geht es dort dann um 15.02 wieder auf die Rückfahrt. Ankunft ist dann schließlich um 17.04 Uhr wieder in Chur.

Mit dem Zahnrad auf den Gornergrat

© Gornergrat Bahn, Jannik Dula

Ein besonderes Erlebnis im Schweizer Bahnverkehr verspricht ein Ausflug vom mondänen Zermatt auf den darüberliegenden Gornergrat. Die Gornergratbahn überwindet auf der Zahnradstrecke insgesamt 1.500 Höhenmeter. Sie bietet Fahrgästen einen Blick auf das Matterhorn, eine der weltweit bekanntesten Sehenswürdigkeiten und ein Markenzeichen der Schweiz. Die Gornergratbahn kennt keine Pause, der Verkehr läuft 365 Tage im Jahr. Im Winter geht es zum Skifahrparadies der Region, im Sommer erkunden Wanderer von dort aus die Gebirgswelt zu Fuß. Ausflüge auf den Grat versprechen aber auch kulinarische Erlebnisgipfel.

© Gornergrat Bahn, Jannik Dula

Mit dem „Gourmetticket“ locken ein Apéro an der Bergstation und ein Drei-Gänge-Menü im Hotel Riffelhaus. Das Dessert wartet auf der Riffelalp. Zu einem „Iglu-Lunch-Ticket“ gehören Essen und Trinken an der Bar mit Fondue auf der Sonnenterrasse. Nachtaktive Urlauber freuen sich auf „Dining with the Stars“. Zu diesem speziellen Abendessen unter dem Sternenhimmel gehört ein Fondue-Chinoise mit einer Sternführung und der Besichtigung des Observatoriums.

Von Montreux an den Thuner See

© MOB

Auf der Fahrt mit dem GoldenPass Panoramic- oder dem GoldenPass Belle Epoque-Zuges der Montreux-Oberland Bahn reihen sich zwischen Montreux und Zweisimmen landschaftliche Höhepunkte aneinander. Die Tour verbindet den südwestlichen französischen Teil der Schweiz mit dem Hochgebirge des Berner Oberlands. Der Start der Bahnreise erfolgt in Montreux, mit dem jährlichen Jazz Festival eine der kulturellen Hauptstädte des Landes. Aus den Panoramawagen des Golden Pass fällt der Blick nach dem Start auf den glänzenden Genfer See.

© MOB

Zwischenstationen sind Les Avants, Montobovon, der mondäne Skiort Gstaad und schließlich Zweisimmen. Ein besonderes Erlebnis verspricht auf der 1901 in Betrieb genommenen Linie eine Reise mit dem Nostalgiezug. Gäste nehmen in restaurierten Wagen aus der Belle Epoque ihren Platz ein. Auch hier stehen Sonderfahrten im Fahrplan wie die „Schokoladenfahrt“. Sie bringt die Ausflügler in der Ersten Klasse zu einer Käserei und einer Schokoladenfabrik. Das besondere Angebot der regionalen Weine wartet im „Weinkeller-Wagon“. Im Dezember 2022 feiert der Goldenpass Express seine Premiere. Der neue Panoramazug mit einem weltweit einzigartigen Spurwechselsystem verbindet künftig Montreux und Interlaken ohne Umsteigen miteinander.

Mit Zug und Schiff durch die Zentralschweiz

©SBB-CFF-FFS

Die Schweiz ist nicht nur durch die imposante Bergwelt ein landschaftliches Unikat. Auch die Seen im ganzen Land verstärken das besondere Flair. Einer der größten, der auch für die Geschichte des Landes eine bedeutende Rolle spielt, ist der Vierwaldstättersee in der Zentralschweiz. Hauptort an den Ufern des Sees und Ausgangspunkt für viele Touren ist Luzern. Mit dem Schiff verlassen die Besucher die Stadt am Fuß des Pilatus und kreuzen auf dem See in Richtung Flüelen. Dort folgt der Umstieg in den Gotthard-Panorama-Express, der dann auf der historischen Gotthardstrecke das Tessin im Süden des Landes erreicht. Während der Fahrt erhalten die Fahrgäste einen Blick auf historische Stätten der Urschweiz. Einige davon spielen in Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ eine zentrale Rolle.

©SBB-CFF-FFS

Auf der Rütliwiese fand 1291 die Gründung der Schweiz statt, zu sehen sind auch die Tellskapelle und der Schillerstein. Erstklassig wie in allen Schweizer Zügen und Schiffen ist auch hier das kulinarische Angebot mit regionalen Spezialitäten, Bieren und Weinen.