Von Sake bis Lavendel – Besondere Manufakturen in Arizona

Im Bundesstaat Arizona gibt es viele kleine Unternehmen, deren Besitzer ihrer Leidenschaft gefolgt sind und nun einzigartige Produkte herstellen. Das Arizona Office of Tourism stellt einige spannende Manufakturen, ihre Gründer und deren Geschichten vor.

© An Pham

Von der Anwältin zur Lavendelfarmerin
Eingebettet in die Berge im Norden Arizonas in der Nähe des Mogollon Rims befindet sich die Pine Creek Canyon Lavender Farm. Hier erntet Besitzerin Terry Vesci 5.000 Lavendelpflanzen auf einem Gehöft, das Ende des 19. Jahrhunderts erschlossen wurde.
Die frühere Anwältin lebt und arbeitet hier mit ihrem Mann Rick und baut drei verschiedene Sorten Lavendel an: Royal Velvet, Provence und Grosso. Die aromatische Grosso-Art nutzt Terry in ihren selbst hergestellten Seifen oder Lotionen. Royal Velvet hingegen findet man in ihren kulinarischen Leckereien, darunter Tee, Kakao, Lavendelsalz oder Lavendel-Zitronenpfeffer. Alle selbst hergestellten Produkte werden von Terry in einem handgebauten Holzschuppen auf der Farm ausgestellt und verkauft. Auf der Creek Canyon Lavender Farm können Besucher auch lernen, wie man Lavendel am besten in der Küche selbst einsetzt: Terry Vesci bietet hierfür interaktive Kochkurse an, in denen die Teilnehmer mehr über Unterschiede zwischen den Lavendelsorten kennenlernen, mehr über den Anbau und natürlich das Kochen an sich erfahren. Zubereitet werden beispielsweise mit Lavendel veredelte Leckereien wie Fudge und Kuchen aber auch herzhafte Gerichte wie Tamales.

© AOT

Der Hutmacher der Cowboys
Arizona ist für seine Cowboys und den Wilden Westen bekannt. Zu einem perfekten Wild-West-Look ist ein passender Cowboyhut ein Muss!  Ganz besondere Hüte findet man im Watsons Hat Shop in Cave Creek, den Eric Watson 2011 eröffnete. Bereits als junger Handwerker interessierte sich Eric sehr für die Geschichte des Handwerks und die Details der früheren Hutherstellung. Dies setzt er nun in Watsons Hat Shop um: Wenn man den Laden betritt, fühlt es sich an als würde man eine Reise in den früheren Wilden Westen unternehmen. Mit alten Maschinen aus dem 19. Jahrhundert stellt Eric Hüte her, beziehungsweise restauriert sie. Dabei folgt der ausgebildete Pilot und jetziger Hutmacher einer präzisen 200 Jahre alten Technik. Dies brachte Eric Watson in den vergangenen Jahren den Ruf als einen der angesehensten Hutmacher der Vereinigten Staaten ein. So schmückten seine Hüte bereits Stars wie Justin Timberlake und Kenny Chesney oder Schauspieler in der Netflix-Serie “Godless”. Die wirkliche Auszeichnung für Watson ist jedoch, dass sich Rancher aus ganz Arizonas auf sein Können verlassen und sich ihre individuellen Hüte von ihm entwerfen lassen.

© Arizona-Office-of-Tourism.

Schottische Lebensart in Tucson 
In Tucson schlagen die Herzen von Whiskey-Liebhabern höher: Hier befindet sich Hamilton Distillers, eine Boutique-Destillerie, die kürzlich vom Esquire-Magazin unter die besten Whiskeybrennereien der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Wie bei so vielen guten Ideen, ist die Gründung der Destillerie purer Zufall gewesen. Im Jahr 2006 grillten die Gründer Stephen und Elaine Paul mit Mesquite-Holzresten und genossen dazu ein Glas Scotch.
Was wäre, wenn man Gerste über einem Mesquite-Feuer statt eines Torffeuers brennt, wie sie es in Schottland tun?“, fragte Elaine und legte damit den Grundstein für Hamilton Distillers. Paul begann im Anschluss mit der Entwicklung eines regionalen Single Malt Whiskeys, direkt aus der Sonora-Wüste! 2013 debütierte die Hamilton Distillers mit drei Whiskeysorten – Dorado, Clear und Classic. Diese werden jeweils unter dem Label Whiskey Del Back vermarktet. Besonders bei diesen Whiskeys ist der Fokus auf Regionalität. So wird beim Brennvorgang Holz vom Mesquite-Baum genutzt, der im Südwesten der USA beheimatet ist. Auch die verwendete Gerste ist aus der Region. Zudem findet die komplette Herstellung des Whiskeys im eigenen Haus der Pauls statt – vom Malen über Maischen und Fermentieren bis zum Destillieren, Fassieren und Abfüllen.

© Arizona Sake

Sake an der Route 66
Es gibt bestimmte Handwerke, die eine Reihe von Fähigkeiten und Erfahrungen erfordern. Atsuo Sakurai aus Japan brachte all seine in seiner Heimatstadt Yokohama erlernten Fähigkeiten nach Holbrook in Arizona. Schon seit 2014 stellt er hier nun schon den Wein Japans her: Sake. Und das mit Erfolg. Er hat bereits einige der höchsten Auszeichnungen in der japanischen Sake-Industrie erhalten und sein Produkt erfreut sich auch in seiner neuen Heimat großer Beliebtheit! Doch warum eigentlich Holbrook? Abgesehen davon, dass Atsuos Frau aus Holbrook kommt, bietet der Ort tatsächlich einige Vorteile für den Anbau von Sake. Die kalten und trockenen Temperaturen der Region helfen beim Fermentationsprozess, indem sie Feuchtigkeit und all die schlechten Dinge, wie Keime und Pilze, fernhalten. Auch wenn er Großes mit seiner Firma vor hat, ist zurzeit die Erweiterung seines Unternehmens vor Ort eine Möglichkeit, der lokalen Gemeinschaft etwas zurückzugeben, die ihm sein Business überhaupt ermöglicht hat. “Mein Traum ist, immer Freundschaften aufzubauen, egal wie groß oder klein mein Unternehmen ist“, sagt Sakurai.

 

7. 5.2021 / gab