Wo bitte wohnt Herr Friedrich Engels?

Im wunderbaren Ambiente der Summerstage begleitet von Jazz Musik der 50er-Jahre präsentierte Peter Patzak Montag Abend sein neues Buch.

Der große Regisseur, Autor und Maler veröffentlichte bereits mehr als 12 Bücher sowie über 100 Filme und Serien, darunter auch die weit bekannte, österreichische TV-Serie Kottan ermittelt.

Maria Bill, Ilse Helmreich © Stefan Joham

In “Wo bitte wohnt Herr Friedrich Engels?” schreibt Peter Patzak seine Erinnerungen an eine, wie er meint, in Vergessenheit geratene Zeit, die bewahrt werden muss. Die Entstehung beschreibt er, mit einem Augenzwinkern, als schwierigen Prozess, der immer den Ursprung in intelligenten Fragen findet. Denn so war sie, seine Jugendzeit im Gemeindebau in der Wien-Brigittenau, die er in seinem neuen Buch in geschriebenen Bildern wiederbeleben will. Es ist eine außergewöhnliche Liebesbekundung an seinen Heimatbezirk, an die einzigartige Aufbruchsstimmung 1955 und das skurrile Milieu, das sich im Mikrokosmos des Friedrich-Engels-Platzes entfaltet. Ein Rückblick des Filmemachers im Stil von Fellinis “Amarcord” auf die eigene Jugend. Das Buch hat autobiografische Züge, doch manches ist frei erfunden.

Erich Joham, Adi Hirschall © Stefan Joham

Authentisch ist die Grundstimmung: Wie war Jungsein Mitte der Fünfzigerjahre in Wien?
Peter Patzak zeigt ein Kaleidoskop aus Einzelschicksalen, menschlichen Sehnsüchten, Trieben und Gebrechen, das alle Themen des Lebens, auch die historischen, subtil und unangestrengt zeichnet. Traurig, komisch, liebenswert und sehr humorvoll.

Andrea Buday, Martina Fasslabend © Stefan Joham

Auch wenn er all diese Erzählungen lieber in Form eines neuen Filmes auf die Leinwand gebracht hätte, fand Peter Patzak mit dem Schreiben eine gute Alternative seinem obsessiven Drang Geschichten zu erzählen, Raum zu schaffen.

Gery Lux © Stefan Joham

Das Werk handelt von Freude und großem Schmerz, von ersten sexuellen Erfahrungen und bitteren Enttäuschungen, von Liebe und Tod, von einer Erwachsenenwelt zehn Jahre nach dem Nationalsozialismus, der unübersehbare Spuren auch im Gemeindebau hinterlassen hat, vom technischen Fortschritt und von Wegen aus der Armut, von angemaßter Autorität und heimlichen Orgien, von Verbrechern und Verzweifelten. Und vor allem von jungen Menschen. Es ist eine traurige und komische Suche nach der verlorenen Zeit.

Buchcover Peter Patzak, Wo bitte wohnt Herr Friedrich Engels © Echo Media

Das Buch erschien im ECHOMEDIA VERLAG und ist in allen Buchhandlungen und auf Amazon erhältlich.

6. 10. 2020 / gab

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