Alles, was junge Leute wissen müssen, um auf Instagram zu glänzen und ihr Publikum zu vergrößern.
In einer Zeit, in der soziale Medien oft als vergänglich und unbedeutend abgetan wurden, haben viele Unternehmen die Bedeutung von Plattformen wie Instagram erkannt. Selbst die skeptischsten Firmen haben sich der Plattform angeschlossen und eigene Accounts erstellt. Dieser Artikel richtet sich an alle, die lernen und meistern wollen, wie man Instagram effektiv nutzt.
Klare Ziele
Bevor du einen Instagram-Account erstellst, ist es wichtig, klare Ziele zu definieren. Möchtest du die Plattform aus Spaß nutzen oder strebst du an, deine Dienstleistungen und Produkte zu verkaufen? Wenn du Letzteres im Sinn hast, solltest du unbedingt ein Business-Konto eröffnen. Es kostet nichts, bietet dir aber zahlreiche Vorteile: Du kannst Kontaktmöglichkeiten wie E‑Mail oder Telefonnummer hinzufügen, einen Online‑Shop einrichten und bezahlte Marketing‑Promotionen nutzen. Ein Business‑Account auf Instagram bietet zahlreiche Möglichkeiten, deine Reichweite zu erweitern und dein Geschäft zu fördern.
Falls du das alles nicht brauchst, reicht auch ein normales Instagram‑Konto. Die Plattform bietet dir hierbei wiederum zwei Möglichkeiten: privat oder öffentlich. Bei einem öffentlichen Konto kann jeder auf der Plattform deine Postings sehen. Entscheidest du dich für einen privaten Account, bleiben deine Beiträge deinen Followern vorbehalten – wobei du zunächst bestätigen musst, ob dir jemand auf Anfrage folgen darf.
Digitale Visitenkarten
Die Auswahl des perfekten Account‑namens auf Instagram ist entscheidend für deinen Erfolg auf der Plattform. Stell dir vor, dein Name ist der erste Eindruck, den du hinterlässt – er sollte also einzigartig und leicht wiederzuerkennen sein. Vermeide allgemeine Begriffe und hebe dich von der Masse ab. Ein einprägsamer Name, der direkt zu deinem Inhalt oder deiner Marke passt, bleibt den Leuten im Kopf. Kürze ist Trumpf: Ein kurzer, knackiger Name lässt sich leichter merken und schneller tippen. Bevor du dich festlegst, prüfe unbedingt die Verfügbarkeit deines Wunsch‑Namens, denn beliebte Namen sind oft schon vergeben. Achte darauf, dass du keine Markenrechte oder Urheberrechte verletzt – rechtliche Probleme kann niemand brauchen. Verzichte auf Sonderzeichen und Zahlen, denn diese machen deinen Namen komplizierter und schwerer auffindbar. Denke auch an die Zukunft: Dein Name sollte auch dann noch passen, wenn sich deine Inhalte oder Interessen ändern. Richte deinen Namen nach deiner Zielgruppe aus und überlege, was bei ihr gut ankommt. Eine plattformübergreifende Konsistenz hilft, wenn du auch auf anderen sozialen Netzwerken aktiv bist – so erkennt man dich überall sofort wieder.

Neben einem guten Namen ist es auch entscheidend, das perfekte Profilbild auf Instagram auszuwählen. Das ist wie das Gestalten deiner digitalen Visitenkarte – es sollte sofort ins Auge fallen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein guter Startpunkt ist ein klares, hochauflösendes Bild, das dich oder dein Markenzeichen gut repräsentiert. Ein freundliches Lächeln oder ein markantes Logo kann Wunder wirken, um Sympathie und Wiederkennung zu erzeugen. Achte darauf, dass dein Gesicht oder Logo gut beleuchtet und zentral im Bild positioniert ist, damit es auch in kleiner Ansicht gut erkennbar bleibt. Wähle Farben, die zu deinem Feed und deiner Ästhetik passen, um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen. Und denk daran: Dein Profilbild sollte authentisch sein und deine Persönlichkeit oder Markenidentität widerspiegeln. So schaffst du Vertrauen und ziehst genau die Follower an, die zu dir passen. Mit einem sorgfältig ausgewählten Profilbild machst du den ersten Schritt zu einem einprägsamen und professionellen Instagram‑Auftritt!
Das Instagram‑Wörterbuch
Super, nun hast du es geschafft, dir einen Account einzurichten! Willkommen im Instagram‑Kosmos! Doch schon nach wenigen Sekunden wunderst du dich – hier wimmelt es nur so von seltsamen Begriffen und Abkürzungen. Keine Sorge, wir erklären dir ein paar der wichtigsten:
DM/PM: steht für „Direct Message“ bzw. „Private Message“. Wenn also etwa jemand unter einem deiner Bilder kommentiert: „Schau mal in deine DMs“, weißt du, was zu tun ist.
OOTD: „outfit of the day“. Besonders in der Fashion‑Szene, meist als Hashtag verwendet, wenn das tagesaktuelle Outfit gezeigt wird.
POV: „point of view“. Damit wird ausgedrückt, dass ein Video oder Foto aus dem persönlichen Blickwinkel entstanden ist.
otd/tb: Für Erinnerungen aus der Vergangenheit: otd („on this day“) für Jahrestage am heutigen Datum, tb („throwback“), wenn es nicht zum heutigen Datum passt.
Die richtige Posting‑Strategie
Nun weißt du, welche Begriffe du benutzen kannst, um deine Posts mehr an die Instagram‑Kultur anzupassen. Aber was solltest du eigentlich posten? Vorweg: Es gibt verschiedene Arten von Postings – normale Beiträge (Fotos oder kurze Videos), Instagram‑Reels (längere Videos im Hochformat) und Instagram‑Storys (Beiträge, die sich nach 24 Stunden selbst löschen). Übrigens: Bei den Storys kannst du zusätzlich auswählen, ob jeder die Story sehen kann oder nur von dir ausgewählte Menschen auf deiner „Beste‑Freunde‑Liste“.
Als Privatperson hat man es recht einfach – poste einfach, was auch immer du teilen möchtest. Du musst dich lediglich an die aktuell geltenden Plattform‑Regeln halten – sprich, unter anderem keine zu explizite Nacktheit, keine Hass‑Postings, keine Gewalt, keine Fake‑News und keine fremden Inhalte (Urheberrecht beachten!). Am besten, du liest dir die Regeln durch, bevor du deinen ersten Post absetzt.
Schwieriger haben es dabei schon Unternehmen. Gehört man beispielsweise zu einem größeren Konzern, einem Franchise‑Unternehmen oder einer Hotelkette, hat man oft wenig Freiheiten. Von der Foto‑Auswahl bis hin zu Schriften und Farben muss alles von oben her abgestimmt und freigegeben werden. Sollte das bei deinem Unternehmen der Fall sein, informiere dich bei deinem übergeordneten Unternehmen, bevor du deinen Instagram‑Business‑Account startest.
Trifft das nicht zu, hast du auch im Falle eines Business‑Kontos viele Freiheiten beim Posten. Du solltest dir allerdings im Vorhinein eine Strategie überlegen. Dein Instagram‑Account repräsentiert dein Unternehmen, kann künftig Kunden anwerben – oder auch abschrecken. Dementsprechend müssen Farben, Posting‑Layouts und die grundlegende Message des Accounts miteinander harmonieren und zum Unternehmen passen. Auch die Sprache der Postings ist ein entscheidender Faktor: Gerade für Unternehmen mit internationaler Kundschaft – wie etwa Designer – empfiehlt sich Englisch als Account‑Sprache. Übrigens: Falls dir das alles zu schwierig oder zeitaufwendig klingt, kannst du als Unternehmen auch einfach eine professionelle Firma engagieren, die deine Social‑Media‑Accounts betreut.
Stichwort Follower‑Kauf
Hast du deine ersten Postings abgesetzt, sollte dein nächstes Ziel sein, Reichweite aufzubauen. Und zwar organische Reichweite. Sprich, es reicht nicht, einfach Follower oder Likes auf zwielichtigen Seiten zu kaufen. Erstens löscht Instagram nach und nach Bots, sodass deine Followerzahl zwar beim Kauf rasant steigt, aber in den nächsten Tagen und Wochen wieder sinken wird. Zweitens kann jeder Laie heutzutage mit Tools wie SocialBlade oder Nindo nachschauen, ob ein Account Follower oder Likes gekauft hat. Diese Seiten sammeln Statistiken für sämtliche Social‑Media‑Accounts und stellen diese öffentlich zur Verfügung. Und wenn in der Statistik die Followerzahl an einem Tag derart rasant wächst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich dabei um gekaufte Follower handelt. Man erkennt gefakte Accounts aber beispielsweise auch sehr schnell, wenn ein Konto 100.000 Follower hat, pro Bild aber nur ein paar hundert Likes kassiert.

Das kommt nicht nur unsympathisch rüber, sondern wird sich zwangsläufig auch negativ auf Kooperationen auswirken. Firmen, die sich auf Influencer‑Kooperationen einlassen, haben neben den eben genannten Gratis‑Tools noch speziellere Messwerkzeuge, mit denen sie feststellen, welche Influencer organische Reichweite besitzen. Gerade wenn man also mit seinem Instagram‑Kanal Geld verdienen möchte, sollte man Follower‑ und Likes‑Käufe unterlassen.
Blogging‑Tipps
Also – wie baut man organische Reichweite auf? Indem man spannenden, gut umgesetzten Content postet. Sich einmal in einem schicken Outfit ablichten und das Bild mit einem Hashtag posten, macht dich noch nicht zu einem echten Instagram‑Blogger. Ein guter Blogger zeichnet sich durch weit mehr aus: Er recherchiert gründlich für seine Themen, verfasst durchdachte Texte, übersetzt diese bei Bedarf in fremde Sprachen und kennt sich mit verschiedenen technischen Tools und dem Betreiben eines Onlineshops aus.
Dazu gehört auch ein fundiertes Wissen über seine Zielgruppe. Die Engagement‑Rate, die von Unternehmen zu Unternehmen schwanken kann, ist ebenfalls ein wichtiger Indikator. Eine gute Engagement‑Rate auf Instagram liegt in der Regel zwischen einem und fünf Prozent. Ein erfolgreicher Blogger versteht es, durch authentische und hochwertige Inhalte eine aktive und engagierte Community aufzubauen.
Die begehrtesten Instagram‑Blogger Österreichs
- Stephanie Davis – @stephaniedavis
1,4 Millionen Follower · Themen: Lifestyle, FashionVon den neun Millionen Einwohnern Österreichs folgt jeder siebte Stephanie – beeindruckend. Trotz dieser großen Anhängerschaft ist sie absolut bodenständig geblieben. Stephanie ist höflich, liebevoll und hat ihre Authentizität. - Ebru Erkut – @ebruerkut
254 Tausend Follower · Themen: FashionDie frischgebackene Mutter ist durch ihre direkte, ehrliche Art eine wahre Inspiration für andere Mädels. Zudem ist sie eine äußerst nette und höfliche Persönlichkeit mit tollem Charakter. - Philipp Gelter – @philippgelter
197 Tausend Follower · Themen: Fitness„Dream. Create. Share. Inspire!“ Das ist das Motto von Philipp Gelter, der mit seinen Postings zu den Themen Fitness und Lifestyle seine Followerschaft inspiriert. - Des & Jen – @desnjen
78,4 Tausend Follower · Themen: FashionDes & Jen, gebürtige Kroatinnen, sind wahre Stil‑Ikonen. Sie sehen aus wie Models und heben sich als Power‑Duo deutlich von der Masse ab. - Philipp Lipiarski – @philipp.lipiarski
16,7 Tausend Follower · Themen: Gastro, LifestyleDer berufliche Fotograf präsentiert sich als perfektes Paket: Er verkauft leidenschaftlich und fotografiert dabei ständig Gastronomie‑Hotspots. - Irina – @irinahp
650 Tausend Follower · Themen: Fashion - Lisa Sophie Thoma – @lisa.sophie.thoma
15 Tausend Follower · Themen: FashionDie gebürtige Rumänin ist ein bunter Paradiesvogel zwischen monotonen Seiten. Gemeinsam mit ihrem Freund führt sie einen Blog, und die beiden sind ein echtes Power‑Duo. Sie ist eine der kreativsten Bloggerinnen und zudem liebenswert, lebensfroh und lustig. Lisa Sophie ist nicht nur auf Instagram und TikTok mit ihrer Social‑Media‑Einschulung erfolgreich – zudem hält sie Vorträge auf der Uni Wien. - Martin Ehmele – @martinehmele
89,3 Tausend Follower · Themen: BeautyMartin ist Gesicht und Testimonial von YSL und benimmt sich wie ein Star. So sieht er auch aus. Dementsprechend ist er stark gebucht und beliebt bei Kunden. - Merve Dalgic – @merve.dalgic
41 Tausend Follower · Themen: BeautyMerve, eine selbsternannte Beauty‑Enthusiastin, bringt ihr beeindruckendes Wissen in die Zusammenarbeit mit dem Cosmeterie Store ein. - Marylise Larunsi – @maryliselarunsi
14,8 Tausend Follower · Themen: KunstMary ist ein Model und hat ein unvergessliches, elegantes Erscheinungsbild. Sie schätzt moderne Kunst, was sie auch in ihren Postings zeigt. - Sophia Agnella Anita Stolz – @stolzes
35,1 Tausend Follower · Themen: KunstDie begabte Künstlerin wird von zahlreichen großen Brands gebucht und kreiiert zudem eigene, kunstvolle Torten. - Edisa Shahini – @edisashahini
152 Tausend Follower · Themen: Beauty, Fashion, ReisenEdisa ist Testimonial für weltbekannte Marken wie Shiseido und Helena Rubinstein. Zudem führt sie ihren eigenen Blog unter www.edisashahini.com.
Stimmen aus der Praxis
Mag. Ursula Korte, Inhaberin von Ursula Korte PR: „Bei der Auswahl einer passenden Influencerin/eines passenden Influencers als Testimonial sind die Übereinstimmung mit der Marke und der Zielgruppe sowie eine hohe Engagement‑Rate und qualitativ hochwertige, kreative Inhalte entscheidend. Wir achten vor allem auch auf persönliche Werte und eine gewisse Authentizität der Persönlichkeiten, wobei Professionalität und Zuverlässigkeit ebenso wichtig sind. Schließlich muss die Zusammenarbeit budgetgerecht und das Kosten‑Nutzen‑Verhältnis stimmig sein.“
Kristina Kirova, Agenturleitung, Senior Consultant, Head of Media‑ & Influencer Relations bei SPREAD PR: „Wir arbeiten sehr gerne mit InfluencerInnen zusammen. Dabei spielen die Followeranzahl und die Anzahl an Likes/Plays aber nur eine untergeordnete Rolle; mindestens ebenso wichtig bei der Auswahl passender InfluencerInnen ist auch, wie authentisch die Persönlichkeit ist und mit der Marke harmoniert. Generell stehen wir unseren Kunden beratend zur Seite, schlussendlich richten wir uns aber immer nach den Wünschen und Möglichkeiten unserer Kunden.“
Dieser Beitrag stammt aus ExtraDienst 7-8 / 2024
