Venedig, Wiege der Parfümeriekunst, eine Stadt voller Pracht und Mysterien, Ankunftshafen für Düfte aus dem Osten, ein Zentrum für den Handel mit seltenen Hölzern, Gewürzen, Seide, Glaswaren, Schmuck, Kosmetik und Parfüms. Storie Veneziane, ein Name, der Bilder kleiner Flakons heraufbeschwört, geschmückt mit farbenfrohen, durchscheinenden Masken. Eine Hommage an Murano-Glas: Im 13. Jahrhundert wurden die Glasöfen aus Sicherheits- und Geheimhaltungsgründen auf der Insel Murano errichtet. Die Handwerker verbreiteten ihre Kunst in der ganzen Welt dank der außergewöhnlichen Materialien, die in der Lagune zu finden sind – wie der besonders feine Sand, der dem Glas seine Transparenz verleiht. Das Murano-Glashandwerk wurde in ganz Europa berühmt dank des natronhaltigen Glases in Kombination mit Algenasche. Im 15. Jahrhundert erreichte die Glaskunst in Venedig ihren Höhepunkt. Ein authentisches Erlebnis für Kenner – eine Ode an die virtuosen Reiche der Lagune. Die Parfümeriekunst wird zelebriert, Murano-Glas auf einen Sockel gehoben und italienisches Leder in all seiner betörenden Pracht präsentiert: fleischlich, wild und sinnlich.
Die oft begehrte Stadt Venedig dient als Kulisse für Storie Veneziane by Valmont: eine Serie von fünf olfaktorischen Erzählungen, die die unzähligen Facetten einer Stadt offenbaren, die zugleich verführerisch und rätselhaft, legendär und ständig neu erfunden ist. Am äußersten Rand der Stadt ragt der Pontile Sant’Elena hervor – der letzte grüne Tupfer vor der unendlichen Weite der Adria. Verde Erba I, spritzig und sprudelnd, schöpft seinen Charakter aus der Opulenz und Großzügigkeit der Natur. Weiter westlich liegt l’Arsenale, ein Viertel, das Renaissance und venezianische Moderne atmet – eine Bühne der Verbindung zwischen eleganter Tradition und kraftvoller Zeitgenossenschaft. Hier findet Alessandrite I seine Daseinsberechtigung. Abseits der Touristenmassen komponiert Rosso I eine fantasievolle Verbindung von Rose und Oud an einem besonderen Ort im Herzen des Viertels: dem Kreuzgang von San Francesco Della Vigna, untergebracht in einem venezianischen Palast – einem majestätischen Ort der Kraft und des Glanzes. Gaggia Medio I, ein ambrierter Duft mit orientalischer Seele, lädt zum Zauber ein und erinnert an Dorsoduro, ein der Kunst gewidmetes Viertel mit verwinkelten Gassen – ein intimer Rückzugsort. Im Viertel Campo San Moisè, liegt der Duft eines glamourösen, parfümierten, kobaltblauen Handschuhs, der auf dem Pflaster zurückgelassen wurde, in der Luft: Blu Cobalto I entfaltet seine Fantasien. Mica d’Oro I, ein dekadent-goldener Akkord aus Rum, Sahne und Vanille, beschwört das sinnliche Erbe des legendären Ridotto-Casinos herauf. Zafferano I erinnert mit Safran, Bigaradienblüte und Oud an den Duft alter Gewürzstraßen, die über San Polo bis in die Lagune führen. Schließlich erzählt Laguna Verde I eine opulente Duftgeschichte, inspiriert vom Canal Grande, der die Stadt zugleich teilt und verbindet. Storie Veneziane – eine Kollektion wie olfaktorischer Haute Joaillerie: reine Essenzen, facettiert wie Edelsteine, hochkonzentrierte Parfumextrakte von langer Haltbarkeit.
VERDE ERBA I
Kristallin und sprudelnd wie die Stimme von Maria Callas in Bellinis Norma, erhebt sich das Versprechen eines neuen Morgens aus der Lagune. Die aufgehende Sonne küsst sanft das Wasser und offenbart ein Spiegelbild wolkenloser Himmel. Der feuchte Stein beobachtet sie beim Näherkommen – elegant, distinguiert, voller Sehnsucht nach Neuem. Ihr spritziges Parfum verströmt eine herrliche Frische, entspringend einem Frühlingsbouquet, kunstvoll komponiert wie eine Symphonie reiner Extrakte. Die Natur ist Zeuge dieser Neugeburt am Pontile Sant’Elena, fernab vom Trubel der Stadt.

Zart und unglaublich frisch, hüllt sich Verde Erba I in eine anhaltende, luftige Spur. Anfänglich transparent und leuchtend wie die erwachende Stadt, entfaltet sich der Duft allmählich. Der Morgen bricht an, und sein unerwarteter Blütenduft tritt hervor: Essenz von Flieder, ein scharfer und doch zarter Verwandter des Weißdorns, vereint mit Rose und Kamelie, offenbart sich in einer frischen, sprudelnden Note mit überraschender Lebhaftigkeit. Sobald er erblüht ist, schmückt sich der Duft mit Mikro-Kristallen, die über der Lagune schweben. Er entwickelt sich weiter, wird eindrucksvoller mit grünem, holzigem Papyrus, wie eine Hymne an das üppige Grün an der Spitze der Lagune – so fern und doch so nah. In diese spritzige, florale Frische gehüllt, bricht der Duft in eine intime, vanillige Süße aus, die feminine Sinnlichkeit offenbart. Zeitlos und beruhigend – Verde Erba I wird Frauen begeistern, die ein neues Leben suchen.
ALESSANDRITE I
Ein schützendes Symbol weiblicher Sinnlichkeit par excellence – dieser Duft ist eine Hommage an die Weiblichkeit. Zeitlos, an der Kreuzung eines aufregenden Lebens auf der Suche nach immer größerer Lust. Die Kunst verleiht ihren einzigartigen Geist, verschmilzt mit der Schöpfung. Tradition und Moderne treffen im Viertel Arsenale aufeinander – eine Hommage an Ästhetik, überschäumend und nach Neuem dürstend. Von Galerien bis Biennalen ist Eleganz allgegenwärtig – und der Durst nach Schönheit wird durch Werke von gestern und heute gestillt. Alessandrite I schwebt zart dahin, übersetzt in Worte und Formeln. Der Künstler sublimiert den Prozess, zutiefst dem Streben nach Schönheit und Materialharmonie verpflichtet, immer auf der Suche nach einem Ideal.

Bergamotte eröffnet das Bouquet. Ist diese Frucht eine Limette oder eine bittere Orange? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Ihr süßer, säuerlicher und prickelnder Geruch bringt eine Sehnsucht nach Ekstase zum Ausdruck, erfrischt unmissverständlich Geist und Herz. Getragen von einem sanften Hauch der Raffinesse erscheint Jasmin, streichelt die Sinne. Seit Jahrhunderten ein östliches Symbol weiblicher Verführung und Schönheit. Überaus frisch erreicht diese Komposition dank der Aldehyde, aus denen sie ihre Kraft, Brillanz und Tiefe schöpft, eine vibrierende Euphorie. Mit klopfendem Herzen, angetrieben vom eleganten Wunsch nach Neuem, setzt sie ihre Suche nach Schönheit mutig fort – stets auf der Jagd nach Überraschungen.
ROSSO I
Die unwahrscheinliche und verbotene Verbindung von Rose und Oud, innerhalb der heiligen Mauern eines Kreuzgangs mit ausdrucksstarken Linien: verführerisch. Die architektonische Meisterschaft dieses Refugiums inspiriert Schönheit; die Konturen der Wände, die Voluten der Treppen, die abgerundeten Steine – mal klar, mal verschwommen – laden zu einer weiblichen Eleganz ein, die von einer mythischen Sinnlichkeit durchdrungen ist. Fernab vom Lärm der Stadt, im geheimnisvollen Schweigen dieses wenig bekannten Ortes in Venedig, herrscht eine Atmosphäre der Heiligkeit. Durchdrungen von Spiritualität, wird dieses Parfum dennoch zu einer Quelle göttlicher wie menschlicher Leidenschaft – wo Anmut und Kraft sich in einem feierlichen Tanz begegnen.

Rosso I hüllt die Haut in den Geist einer unsichtbaren Alchemie und entfaltet sich im Kreuzgang von San Francesco Della Vigna, untergebracht in einem venezianischen Palast – einem majestätischen Ort der Stärke und des Glanzes. Eine würzige Kopfnote von rosa Beeren eröffnet die Komposition mit einem köstlichen Prickeln. Ein Herz aus Damaszener-Rose folgt – zugleich zart, zerbrechlich und anmutig. Ihr opulentes, verführerisches und charismatisches Bouquet kündigt eine aufwühlende Begegnung an. Der Duft erreicht seinen Höhepunkt mit der kraftvollen Tiefe des Oud, das an mystischen Weihrauch erinnert und eine sakrale Dimension eröffnet. In Anlehnung an die Ursprünge der Parfümerie zollt Rosso I als floraler, orientalischer Duft dem Sakralen Tribut – mit seinen spirituellen und rätselhaften Nuancen. Sinnlich, blumig und geistig ist er bemerkenswert authentisch. Er feiert Weiblichkeit und Schönheit mit subtilen Nuancen – veredelt durch einen Verschluss aus dichtem, leuchtend rotem Murano-Glas, kombiniert mit intensivem italienischem Leder.
GAGGIA MEDIO I
Gaggia Medio I, ein glühender Amberduft, ist eine Einladung zur Verzauberung – inspiriert vom Viertel Dorsoduro, das ganz der Kunst gewidmet ist. Seine verschlungenen Gassen erinnern an einen intimen und geschützten Rückzugsort. Als das künstlerischste Viertel Venedigs birgt es Orte, an denen sich Kunst und Schönheit wie selbstverständlich vereinen. In solch einem Umfeld können sich zeitgenössische Künstler kaum der Muse entziehen und sehen La Serenissima in einem neuen Licht. Ungeduldig bewegt sie sich durch ein Gewirr aus Gassen und Sackgassen. Ihre feinen Absätze scheinen über das pflastersteinerne Zeitgeflecht zu schweben; sie schreitet mit glühender Entschlossenheit – von katzenhafter, fleischlicher und vornehmer Anmut. Heiß und intensiv, während er über den warmen Stein gleitet, setzt gelber Amber den Ton für eine unerwartete Intimität, durchzogen von mineralischer Stärke.

In der Ferne gleitet eine Gondel durch das Wasser dieser Lagune, die einst Schiffe empfing – beladen mit Zimt, Ingwer, Safran, Aloe… Dann kamen arabische Seefahrer, aus den Ostindischen Inseln und Ceylon, entlang der Gewürzroute. Kardamom eröffnet den Tanz – seine natürliche Frische vereint feine aromatische und zitrische Noten. Sandelholz tritt hinzu, entfacht die Komposition in einer leidenschaftlichen Welle. Eine Basisnote von Amber rundet diese duftende Symphonie ab – mit süßen, vollen und geheimnisvollen Akzenten. Ein Duft für die leidenschaftliche Frau, die das Exquisite, das Einzigartige sucht. Die goldene Maske aus Murano-Glasblickt vom Flakon herab, als ob sie zustimmt: Hier erreicht Sinnlichkeit ihren Höhepunkt.
BLU COBALTO I
Orientalisch, gourmand, obsessiv und fesselnd – Blu Cobalto I spiegelt die Unverschämtheit und Opulenz des Viertels Campo San Moisè wider. Zugänglich über eine kleine Brücke und gefolgt von einer prachtvollen Piazza mit majestätischer Terrasse, lädt dieses Viertel dazu ein, von der luxuriösen Haupteinkaufsstraße abzuweichen. Es ist Zeit für eine Herausforderung – und die Sinne sind bereit. Der Duft wird betörend rund um die Chiesa San Moisè, ein barockes Meisterwerk und Denkmal des Ruhms der Familie Fini. Unerwartet, verwirrend und oft einzigartig wie der Barock selbst – Blu Cobalto I inspiriert zu überschwänglichen Träumen von Bewegung und Größe. Im Kontrast dazu säumen Handwerksläden die Gassen und präsentieren das gesamte Können eines luxuriösen Lebensstils: Lederarbeiter, Juweliere, Handschuhmacher…

Ein parfümierter, kobaltblauer Handschuh scheint auf den vom Glanz der Jahrhunderte polierten weißen Marmorstufen vergessen worden zu sein. Beim Einatmen dieses Dufts erwachen all ihre Fantasien. Patchouli, wild und intensiv, elektrisiert die Sinne mit einem kräftigen Stoß. Seine fleischliche und berauschende Energie formt ein süchtig machendes Bouquet. Ein hemmungsloser Schub von Kakao entfacht die Komposition mit seinen sinnlichen, ledrigen Noten. Er ruft ungezügelte Fantasien hervor – besessen von Leidenschaft. Doch sobald der samtige Duft von balsamischem Opoponaxhinzutritt, ergibt sich der Duft der erträumten Ekstase mit theatralischer Eleganz – und hüllt die Frau in eine obsessive Leidenschaft, die sie zur ultimativen femme fatale verwandelt.
MICA D’ORO I
Ein Flüstern von Gold und Dekadenz zieht durch die Schatten der Lagune, dort, wo einst das Ridotto Casino seine Türen nur für die Maskierten öffnete. In diesem Venedig des Exzesses, der verborgenen Blicke und vergoldeten Verlockungen entfaltet Mica d’Oro I seine ganze hypnotische Kraft. Die ersten Noten, schwer und schillernd wie flüssiges Gold, erinnern an dunklen, gereiften Rum – ein berauschender Auftakt, der die Sinne sogleich gefangen nimmt. Wie ein warmer Schleier legt sich dann zart geschlagene Chantilly-Sahne über das Herz der Komposition, weich, verführerisch, wie das Flüstern eines Versprechens hinter einem venezianischen Vorhang.

Im Glanz der Kerzen und im Rausch der Nacht offenbart sich schließlich die Basis: Bourbon-Vanille – rund, tief und sinnlich, ein Echo von sündigem Genuss, das auf der Haut verweilt wie die Erinnerung an eine durchfeierte Nacht. Mica d’Oro I trägt sich nicht, es beansprucht. Die Murano-Maske auf dem Flakon spiegelt das Spiel zwischen Licht und Schatten, das diesem Duft innewohnt – eine Komposition für jene, die nicht nur auffallen, sondern sich unauslöschlich einprägen. Glamourös und gewagt, süß und animalisch zugleich – dieser Duft ist ein opulenter Akt der Verführung.
ZAFFERANO I
Inmitten der geschäftigen Gassen von San Polo, dort, wo die Luft vom Duft der Märkte erfüllt ist, erhebt sich Zafferano I als olfaktorisches Mosaik aus orientalischer Tiefe und venezianischer Opulenz. Wie das edelste aller Gewürze, nach dem er benannt ist, verströmt der Duft eine stille, goldene Wärme. Die Kopfnote eröffnet mit der strahlenden Süße der Bigaradienblüte – honigartig, weich, fast irisierend in ihrer Wirkung. In ihr schwingt das Sonnenlicht eines späten Nachmittags, das über die steinernen Fassaden der Stadt gleitet und ihre Farben zum Glühen bringt.

Doch das Herz dieser Komposition schlägt kräftiger: Safran – gewagt, kostbar, mit einer ledrigen Würze, die an vergangene Handelsreisen erinnert, an das Gold des Orients, das einst auf venezianischen Galeeren anlandete. Schließlich wird Zafferano I getragen von der rauchigen Tiefe des Oud, das wie ein Schleier aus samtigem Schatten die Komposition abrundet. Majestätisch und geheimnisvoll, wie eine verschlossene Tür in einem alten Palazzo, verführt der Duft mit jeder Schicht. Zafferano I ist ein Duft für Liebhaber des Unausgesprochenen, der Tiefe, der Spannung zwischen Kulturen – und jener flüchtigen Magie, die entsteht, wenn sich Geschichte und Sinnlichkeit berühren.
LAGUNA VERDE I
Das Veilchenblatt, das in der griechischen Mythologie als schönste Blume galt, ist heute ein exklusives Privileg der Nischenparfümerie. Es eröffnet die Komposition mit grünen Noten, die zugleich knackig und intensiv pflanzlich sind. Seine lebendige, subtil pfeffrige Frische mit herrlich kräuterigen Akzenten zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Elegant und raffiniert verleiht es der Komposition eine strukturierte und einzigartige, zeitlose Eleganz. Dieser olfaktorische Rausch erinnert an die Klarheit eines ersten Atemzugs am Ufer des Canal Grande, an eine frische Brise, die über das Wasser gleitet, während sie zwischen Steinen und Sonnenlicht hindurchstreicht.

Die Iris, bekannt als das „Blaue Gold“ der Parfümherstellung, ist eine seltene Blume mit königlichem Symbol, die die Signatur der prestigeträchtigsten Kreationen ist. Ihre Eleganz drückt sich in pudriger, floraler Sanftheit aus und offenbart einen einzigartigen olfaktorischen Reichtum, der die Sinne weckt. Sie überrascht mit zarten Veilchen-Akzenten, die sich mit holzigen, fast ledrigen Nuancen vermischen. In einem Spiel tiefer, kontrastierender Texturen nimmt sie eine majestätische, charismatische Präsenz an und verkörpert eine elegante Kraft, die sich langsam entfaltet. Papyrus verleiht der Komposition Kraft und Vornehmheit. Dieses einzigartige Material offenbart holzige, grüne und leicht ledrige Facetten und verleiht einen intensiven, umhüllenden und verführerischen Charakter. Seine selbstbewusste Kraft wird von raffinierter Komplexität und seltener Zeitlosigkeit begleitet – eine elegante Anspielung auf die Lagune, wie ein fernes Echo zwischen Land und Wasser. Papyrus verleiht dem Duft eine angenehme, strukturierte Basis und verlängert seine Duftspur mit Intensität und Eleganz.
