Es gibt Städte, die man nicht einfach nur „besichtigt“, sondern die sich über Eindrücke zusammensetzen – aus Licht, Geräuschen und kleinen Momenten. Nizza ist für mich genau so ein Ort. Vieles dort wirkt nicht laut oder aufdringlich, sondern bleibt gerade durch seine Mischung aus Meer, Stadt und Alltag im Kopf hängen.
Es gibt viele Gründe, die mich hier hin ziehen: Milde Winter und warme Übergangsjahreszeiten, eine unglaublich schöne Vegetation mit einer Vielzahl an Pflanzen sowie die Nähe von Meer und Bergen.
Interessant ist auch, wie stark die Stadt tatsächlich besucht wird: Nizza liegt mit rund 5,9 Millionen Touristenankünften und etwa 12 Millionen Übernachtungen (2022–2023) auf Platz 2 der meistbesuchten Städte Frankreichs.
Anreise aus Wien
Von Wien aus ist Nizza ziemlich gut erreichbar. Am einfachsten geht es mit dem Flugzeug – der Flug dauert ungefähr 1,5 Stunden und es gibt mehrere direkte Verbindungen.
Wer mehr Zeit hat und die Reise selbst erleben möchte, kann auch mit dem Zug oder dem Auto fahren. Mit dem Zug geht es über München oder Zürich Richtung Süden und dann weiter durch die Alpen und Norditalien bis zur französischen Riviera. Die Landschaft unterwegs ist sehr abwechslungsreich und oft schon ein Teil der Reise.
Mit dem Auto sind es ungefähr 1.100 Kilometer. Die Strecke führt durch Österreich, über die Alpen in Italien und dann entlang der Küste Richtung Frankreich. Städte wie Graz, Venedig, Genua oder Monaco liegen dabei fast automatisch auf dem Weg und eignen sich gut für kurze Stopps.
Eindruck der Côte d’Azur
Viele verbinden die Côte d’Azur zuerst mit Luxus und bekannten Namen. Orte wie Cannes mit dem Filmfestival verstärken dieses Bild natürlich. Aber die Region ist viel mehr als nur „glamourös“.
Was wirklich auffällt, ist das Licht und die Farben. Das Meer wirkt oft sehr intensiv blau, die Küste hat viele kleine Unterschiede zwischen Stadt und Natur, und alles zusammen ergibt eine besondere Stimmung. Deshalb kommen auch sehr unterschiedliche Menschen hierher – nicht nur Prominente oder sehr wohlhabende Gäste.
Die Region hat schon früh viele Künstler angezogen, zum Beispiel Henri Matisse, Pierre Bonnard, Auguste Renoir, Pablo Picasso oder Paul Signac. Auch die Architektur in Nizza zeigt diese Geschichte. Zwischen 1860 und 1900 entstanden viele Gebäude im Stil der Belle Époque, oft gebaut für wohlhabende Wintergäste aus anderen Ländern.
Ein Teil der Architekturgeschichte
Ein spannender Punkt ist auch das Haus, in dem wir heute leben. Es wurde um 1900 von dem Architekten Édouard Niermans entworfen, der in der Belle Époque sehr bekannt war.
Er hat zum Beispiel das Hôtel de Paris in Monte-Carlo umgebaut und auch in Nizza am Casino gearbeitet. Sein bekanntestes Projekt ist wahrscheinlich das Hotel Negresco direkt an der Promenade des Anglais, das 1912 eröffnet wurde. Es war für die damalige Zeit sehr modern, mit Aufzügen, elektrischem Licht und Telefonen, und gleichzeitig sehr elegant gebaut.
Sehenswürdigkeiten in Nizza
Ein Tag in Nizza reicht, um viele Seiten der Stadt zu sehen, auch wenn man natürlich nie alles schafft.
Gut starten kann man auf der Colline du Château. Von dort hat man einen sehr schönen Blick über die Altstadt, den Hafen und das Meer.
Danach lohnt sich der Marché aux Fleurs, ein lebendiger Markt mit Blumen, Essen und kleinen Ständen. Dort sieht man gut den Alltag der Stadt.
Weiter geht es zur Place Masséna, dem zentralen Platz von Nizza, und von dort direkt zur Promenade des Anglais, wo Stadt und Meer sehr nah zusammenkommen.
Für eine Pause ist der Forum Torrin & Grassi angenehm, ein kleiner Park mitten in der Stadt. Kultur gibt es in der l’Opéra Nice Côte d’Azur, wo Oper, Ballett und Konzerte stattfinden.
Am Ende des Tages ist der Port de Nice besonders schön – vor allem am Abend, wenn es ruhiger wird und das Licht langsam wechselt.
Essen und Kulinarik
Beim Essen merkt man schnell, dass Nizza stark mediterran geprägt ist. Ein guter Tipp ist das Le Plongeoir, ein Restaurant auf einem Felsen direkt über dem Meer. Allein die Lage ist schon etwas Besonderes.
Weitere gute Restaurants sind Boccaccio, La Voglia und Le Galet, die alle unterschiedliche Gerichte aus der Region anbieten.
Typisch für Nizza ist einfache, frische Küche: viel Olivenöl, Gemüse, Kräuter und Fisch aus dem Mittelmeer. Ein bekanntes Gericht ist der Salade Niçoise mit Thunfisch, Ei, Tomaten, Oliven und Kapern. Genau diese einfache Kombination passt auch gut zur Stadt selbst – nicht kompliziert, aber sehr charakteristisch.
