Ganz schön kompliziert
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©Vacheron Constantin

Ganz schön kompliziert

In vielen Bereichen des Lebens sind Komplikationen alles andere als wünschenswert. In der Uhrenwelt sind sie begehrt, bewundert und bewusst integriert. Schauen Sie gemeinsam mit ELITE in die Welt der Uhrenkomplikationen und bewundern Sie einige ausgewählte Exemplare.

Louis Moinet: Time to Race

Dieser Zeitmesser hat es in sich: ein hervorragender Mechanismus, ein von Leistung geprägtes Design und ein Adrenalinschub. Die TIME TO RACE verkörpert die Quintessenz des Wettbewerbs: Geschwindigkeit, Präzision und Leidenschaft. Sie wurde für all jene entworfen, die den Nervenkitzel suchen und außergewöhnliche Technik lieben. Jedes Exemplar ist ein Unikat, ein Werk der Uhrmacherkunst, das durch eine Glückszahl personalisiert wird, die jeder Besitzer wählen kann. Der Chronograph ist der große Schiedsrichter des Motorsports. Er zeigt die Momente an, die Legenden schmieden. Die TIME TO RACE verkörpert dieses Streben nach Exzellenz, indem sie die Schönheit der Action und die Präzision der Zeit in einer Kreation vereint, die von den legendärsten Rennwagen inspiriert ist. Jedes Stück ist aus Titan geformt und mit einer einzigartigen Markierung versehen: einer einzigen Nummer in einer von sechs Farben. So setzt jede TIME TO RACE ihr eigenes, unverwechselbares und selbstbewusstes Zeichen.

Zwei neue Kreationen, zwei Ikonen des Rennsports

Die WHITE FUJI in leuchtendem Weiß und Rot erinnert an die japanischen Farben, die auf den anspruchsvollsten Rennstrecken legendär wurden, insbesondere als einer der Hauptakteure der Formel 1.

Der RUSH wiederum lässt mit seinem intensiven Metallic-Blau das Erbe der Ecurie Ecosse aufleben, deren Siege bei den 24 Stunden von Le Mans noch immer in der Geschichte des Motorsports nachhallen.

Der Geist des Rennsports

Die TIME TO RACE zieht eine klare Parallele zur Welt des Motorsports, da sie mechanische Effizienz und optimale Leistung miteinander verbindet. Ausgangspunkt ist das Gehäuse aus Titan Grad 5, das mit Hilfe modernster Technologien hergestellt wird, um ein minimales Gewicht zu erreichen. Es wiegt nur 18 Gramm. Seine straffen, aerodynamischen Linien zeugen von einem kompromisslosen Stil. Es wird von einer Saphirkuppel gekrönt, einer weiteren technischen Meisterleistung, die nur 15 Gramm wiegt und einen Panoramablick auf den Säulenradmechanismus bietet. Die Seiten sind mit einem Kronenschutz versehen. Die durchbrochenen, dezent geschwungenen und satinierten Hörner unterstreichen die Integration des Armbands. Der Flansch kombiniert eine Tachometerskala mit einer 60-Sekunden-Anzeige. Er umgibt ein Basiszifferblatt aus gewebter Karbonfaser, das den Mechanismus des Chronographen hervorhebt. Die Stunden und Minuten werden auf einem außermittigen Zifferblatt bei 6 Uhr angezeigt, das auch ein zentrales Element beherbergt, nämlich die Glückszahl”, die auf einen glänzend polierten weißen Hintergrund gemalt und von einem Metallring umgeben ist, der von den Zylinderbohrungen in Rennwagen inspiriert ist.

Bei TIME TO RACE löst jeder Druck auf den Monodrücker eine faszinierende mechanische Choreografie aus. Kipphebel, Kupplung, Hämmer, Säulenrad, Federn und Zahnräder erwachen zum Leben und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Chronographenfunktionen und der Zeitmessung. Der TIME TO RACE-Mechanismus besteht aus 147 Bauteilen allein für den oberen, sichtbaren Teil, der für den Chronographen bestimmt ist. Unter dem Zifferblatt arbeiten weitere 164 Komponenten, um das automatische Uhrwerk anzutreiben.

Ulysse Nardin: Freak [X Gold Enamel]

In der Uhrmacherkunst entsteht Fortschritt durch die Verschmelzung von Vergangenheit und Zukunft. Wahre Innovation transzendiert reinen Fortschritt; sie entsteht, wenn High-Tech auf Tradition und überlieferte Handwerkskunst trifft.

Der neue FREAK [X GOLD ENAMEL] verkörpert Ulysse Nardins Beherrschung dieser Domäne, indem die Marke die Super-Uhr Freak mit der klassischen Ästhetik einer seltenen Handwerkskunst vermählt. In dieser Kombination ist der Zeitmesser eine Zelebrierung unkonventionellen Designs, modernster Technologie und unerreichter Schweizer Handwerkskunst. Diese Edition ist eine Premiere für den Freak X. Erstmals gibt es mit ihm in der Kernkollektion eine Stundenscheibe aus Emaille. Eine Fusion von High-Tech und Handwerkskunst.

Der ikonische Freak: Ein Statement

Der 2001 lancierte Freak von Ulysse Nardin sprengte die Grenzen der Haute Horlogerie. Der vom damaligen Markeninhaber Rolf W. Schnyder ersonnene Codename „Freak“ fing den wagemutigen Geist der Uhr mit bahnbrechendem Design und Technik perfekt ein. Ohne Zeiger, Zifferblatt und Krone zeichnete sich der Freak durch ein Stellsystem über die Lünette und einen Aufzugsmechanismus über den Gehäuseboden aus. Der Freak beherbergte revolutionäre Innovationen, allen voran die erste Verwendung von Silizium in der Uhrmacherei, das sich durch bemerkenswerte Langlebigkeit, Leichtigkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Magnetismus auszeichnet. Dieses Material revolutionierte die Industrie und spielt nach wie vor eine zentrale Rolle für die technische Überlegenheit des Freak. Im Laufe von zwanzig Jahren und mit über zwanzig Patenten ist der Freak bei Sammlern zur Ikone avanciert, die Ulysse Nardins unverdrossenes Streben nach Innovation verkörpert. Im Jahr 2023 erlangte der Freak One den ersten Preis der Kategorie „Ikonen“ beim prestigeträchtigen Grand Prix d’Horlogerie de Genève.

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©Ulysse Nardin

2019 erweiterte Ulysse Nardin die Kollektion Freak durch die Einführung des Freak X als erschwinglichere Variante. Der Freak X zeichnet sich durch schlankeres Profil und kleineres Gehäuse aus, was ihn für den täglichen Gebrauch qualifiziert, ohne aber die zentrale Technologie und Innovation zu opfern, welche die Kollektion charakterisieren. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist die Krone für Aufzug und Korrektur der Zeit. Der Freak X basiert auf denselben Prinzipien wie der ursprüngliche Freak. Das gesamte Uhrwerk dreht sich, um die Zeit anzuzeigen: Die Stunden werden von einem Dreieck auf einer rotierenden Scheibe angezeigt, während das Uhrwerk selbst jede Stunde eine volle Umdrehung vollführt, um die Minuten anzuzeigen. Diese als fliegendes Karussell bezeichnete Komplikation ist insofern einzigartig, als das Uhrwerk ohne obere Brücke gehalten wird und scheinbar über der Stundenscheibe „schwebt“, was ein faszinierendes optisches und mechanisches Schauspiel ergibt.

Die roségoldfarbene Minutenbrücke und der mit weißem Super-LumiNova® behandelte Stundenweiser sorgen für optimale Ablesbarkeit. Das 43-mm große Gehäuse aus blau PVD-beschichtetem Titan wird durch roségoldene Flanken aufgewertet, die einen kühnen und eleganten Kontrast bilden. Der Zeitmesser verfügt über eine Gangreserve von 72 Stunden und wird mit einem blauen Alligatorlederarmband mit roségoldenen Nähten und einer Faltschließe aus blauem Titan und Roségold geliefert. Der Freak X [Gold Enamel] sticht dank seiner rotierenden Scheibe aus guillochierter Flinqué-Emaille mit Sonnenstrahl- Muster heraus, die mit mehreren Schichten blauer Emaille überzogen ist und die kreisförmige Bahn des ikonischen fliegenden Karussells betont. Diese exklusive Edition ist auf 120 Exemplare limitiert.

Métiers d’art

Unter den seltenen dekorativen Techniken, die von Ulysse Nardin bewahrt werden, nimmt das Emaillieren einen ganz besonderen Platz ein. Diese uralte Kunst, die seit über 3000 Jahren von Zivilisationen wie Ägypten, China und dem Römischen Reich praktiziert wird, fand im 17. Jahrhundert Einzug in die Uhrmacherei. Emaille ist für ihre reiche, lebendige Farbpalette bekannt und bietet Farben von unübertroffener Tiefe, die im Gegensatz zu traditionellen Oberflächenbehandlungen nicht mit der Zeit verblassen. Bis heute ist sie eine der kompliziertesten Handwerkskünste in der Uhrmacherei, die nur von einer Handvoll Werkstätten weltweit beherrscht wird, darunter Donzé Cadrans, das Emaillieratelier von Ulysse Nardin.

Um die Kontinuität dieses Know-hows zu gewährleisten, begann Ulysse Nardin in den 1980er Jahren mit Donzé Cadrans zusammenzuarbeiten und erwarb das Atelier im Jahr 2011. Das 1972 in Le Locle – nur wenige Straßen von der Manufaktur Ulysse Nardin entfernt – von dem Emailliermeister Francis Donzé gegründete Atelier hat sich zu einer Referenz in diesem Bereich entwickelt und beherrscht traditionelle Techniken wie Grand Feu, Cloisonné, Champlevé und Guilloché-Flinqué. Mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 1’200 Zifferblättern beliefert das Atelier nicht nur Ulysse Nardin, sondern auch andere renommierte Uhrenhersteller sowie Institutionen, die historische Stücke restaurieren lassen.

Die Emaillierer von Donzé Cadrans gehören zu den erfahrensten in der Branche. In der Werkstatt arbeiten acht Handwerker, von denen einige seit mehr als drei Jahrzehnten ihr Können perfektionieren. Es dauert mindestens fünf Jahre, um sich die Grundlagen des Emaillierens anzueignen, und ständiges Lernen ist unerlässlich, um das erforderliche Niveau zu erreichen. Jedes Zifferblatt ist das Ergebnis von gesammeltem Fachwissen und sorgfältiger Handarbeit, die sowohl künstlerische Sensibilität als auch technische Disziplin verkörpern. Die Herstellung von Emaille ist ein äußerst reaktiver Prozess, der niemals industrialisiert werden kann. Die Instinkte und Sensibilitäten, die das Handwerk erfordert, können nicht durch ein Programm oder eine Maschine nachgebildet werden.

Der Prozess macht die Kunst

Während Donzé Cadrans für die Herstellung von statischen Emaillezifferblättern bekannt ist, stellt die rotierende Scheibe des Freak X eine wesentlich größere technische Herausforderung dar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zifferblättern ist die Stundenscheibe ein integraler Bestandteil des Uhrwerks selbst – ein funktionelles und bewegliches mechanisches Bauteil, das mit mehreren Verschraubungen versehen ist. Diese Elemente machen den Emaillierprozess noch komplexer und erfordern außergewöhnliche Präzision und technisches Knowhow. Darüber hinaus wird das Material der Scheibe sorgfältig ausgewählt: 22 Karat Roségold (917 Gold und 83 Kupfer), das aufgrund seiner außergewöhnlichen thermischen Stabilität gewählt wurde. Dank dieser einzigartigen Zusammensetzung hält die Scheibe den extremen Temperaturen stand, die beim Brennen im Ofen erforderlich sind, einem entscheidenden Schritt im Emaillierprozess. Schließlich wird die Scheibe mit einem subtilen Sonnenstrahlmuster geprägt, das den visuellen Effekt des ikonischen Drehkarussells der Freak X noch verstärkt.

Der Emaillierprozess beginnt mit dem Waschen und Zermahlen der rohen Feststoffe zu einem feinen Pulver mit einem traditionellen Mörser und Stößel. Dieser sorgfältige Schritt gewährleistet die gleichmäßige Konsistenz und den perfekten Farbton der blauen Emaille, die auf die rotierende Scheibe aufgetragen wird. Blaue Zifferblätter sind emblematisch für das maritime Erbe von Ulysse Nardin, und die Kunsthandwerker von Donzé Cadrans entwickeln ständig neue Farbtöne, die auf jeden Zeitmesser zugeschnitten sind. Die Zusammenstellung der geeigneten Pigmente erfolgt iterativ, was ein tiefes Wissen über chemische Reaktivität und Farbtheorie erfordert. Dann wird Wasser hinzugefügt, um eine Pigmentpaste zu bilden, die sorgfältig auf die Platte aufgetragen und bei etwa 800 °C gebrannt wird. Nach dem Abkühlen und Reinigen werden drei bis vier weitere Schichten aufgetragen und gebrannt, die jeweils die Tiefe, Intensität und Strahlkraft des Farbtons verstärken. Nach der Fertigstellung wird die Platte von Hand poliert – ein heikler Vorgang, der bis zu einer Stunde dauert.

Jeder Schritt im Ofen birgt das Risiko von Unvollkommenheiten wie Blasenbildung oder Rissen, so dass der Prozess oft neu gestartet werden muss. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Disziplin, die Geduld, Präzision und bemerkenswertes technisches Geschick erfordert – damit ist Emaille eines der anspruchsvollsten Materialien, die in der Haute Horlogerie zu beherrschen sind. Jede rotierende Scheibe der Freak X [Gold-Enamel] wird nacheinander gefertigt, wobei jede einzelne einen ganzen Arbeitstag – etwa acht Stunden – in Anspruch nimmt. Das Ergebnis ist eine wahrhaft einzigartige Kreation, bei der keine zwei Scheiben exakt gleich sind. Jedes Stück hat seine eigene Tiefe und seinen eigenen Ton – seine eigene Seele und zeitlose Farbe.

Vacheron Constantin: Les Cabinotiers Temporis Duo Grande Complication Openface

Eine vergleichbare historische Entwicklung hat das Tourbillon erfahren. Dieser die Auswirkungen der Schwerkraft bändigende und dadurch den Isochronismus signifikant verbessernde Mechanismus wird im Archiv des Hauses das erste Mal im Zusammenhang mit einem Auftrag von 1901 erwähnt. Er stammte von einem Pariser Kunden, der einen Zeitmesser mit großer Komplikation bestellte, der mit einem solchen Gangregler ausgestattet sein sollte. Über die Jahrzehnte haben die Uhrmachermeister von Vacheron Constantin das Tourbillon ständig weiterentwickelt, insbesondere durch technische Lösungen mit mehreren Achsen. Die Armbanduhren Les Cabinotiers Tourbillon Armillaire mit zweiachsigem Armillar-Tourbillon und sphärischer Spiralfeder sowie die Les Cabinotiers – The Berkley Grand Complication mit dreiachsigem Tourbillon sind herausragende Beispiele für diese technische Meisterschaft. Die Kombination eines Chronographen mit einer Minutenrepetition in einem Werk mit Tourbillon-Gangregler wurde zwar bei einigen bemerkenswerten Taschenuhren verwirklicht, blieb aber bei Armbanduhren selten.

Vacheron Constantin nahm das als Ansporn, einen solchen Zeitmesser zu kreieren, und zwar in der Tradition von Uhren mit großer Komplikation, die seit 270 Jahren für das Renommee der Maison stehen. Drei der legendärsten Komplikationen der Haute Horlogerie – Chronograph, Minutenrepetition und Tourbillon – zählen zu den anspruchsvollsten Herausforderungen, vor allem, wenn sie kombiniert werden. Diese meisterte Vacheron Constantin bereits einmal mit dem Kaliber 2757 in der 2022 vorgestellten Les Cabinotiers-Einzelanfertigung, die diese seltene und originelle Kombination in einer einzigen Mechanik vereint. Für die Les Cabinotiers Temporis Duo Grand Complication Openface entwickelten die Les Cabinotiers-Uhrmacher eine neue Version dieses Kalibers. Es verfügt über eine sphärische Spiralfeder zur Verbesserung des Isochronismus und sitzt in einer unnachahmlichen Uhr, bei der sich die Schönheit und Komplexität des Uhrwerks durch ein durchbrochenes Zifferblatt bewundern lässt.

Uhrmacherische Meisterschaft

Das Hightech-Kaliber 2757 S besteht aus 696 Komponenten, wobei dessen Konstruktion insbesondere hinsichtlich der chronographischen Funktionen eine außerordentliche Leistungsfähigkeit an den Tag legen musste. Trotz der Komplexität gelang es den Uhrmachern von Vacheron Constantin, ein äußerst filigranes Uhrwerk von nur 10,4 mm Höhe und einem Durchmesser von 33,3 mm zu fertigen, das den für die Maison typischen Prinzipien der Eleganz vollumfänglich genüge tut. Bei der Entwicklung des Original-Kalibers 2757 wurden die Komponenten auf der zusätzlichen Platine für den Schleppzeigerchronographen besonders verdichtet angeordnet, um die Gangeffizienz zu steigern. Diese Volumenoptimierung sorgte für ein besonders flaches Kaliber, was auch der Verwendung neuer Materialien zu verdanken war.

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©Vacheron Constantin

Einige der Räder des Uhrwerks bestehen aus Titan oder sind mit einer galvanischen Nickel-Phosphor- Beschichtung versehen. Zusätzlich verbessert das besondere Zahnprofil von Vacheron Constantin die Verzahnung der Räder, um ein Wackeln der Sekundenzeiger zu verhindern. Nach eingehenden Studien wurden die Sekundenzeiger aus Aluminium hergestellt, das für seine Steifigkeit und besonderen Leichtigkeit bekannt ist. Silizium, ein weiterer besonders leichter Werkstoff, der keine Schmierung erfordert, wurde für einen der Schleppzeigerhebel und seinen Isolator verwendet. Solche Einsparungen bei Gewicht und Reibung der Komponenten reduzieren den Energieverlust zwischen Federhaus und Zeigern. Dies trägt zu einer komfortablen, auf der Rückseite der Uhr angezeigten Gangreserve von 50 Stunden mit laufendem Chronographen bei.

Die verstrichene Zeit wird über zwei zentrale Sekundenzeiger peripher auf der Minuterie sowie durch einen 30-Minuten- Zähler bei 2 Uhr angezeigt. Aufgrund der Frequenz von 18.000 Halbschwingungen pro Stunde liegt die Messgenauigkeit bei 1/5tel-Sekunde. Da diese Funktion eine extrem hohe Präzision erfordert, entschieden sich die Uhrmacher von Vacheron Constantin für eine Konstruktion mit zwei Säulenrädern, eines für den Chronographen und das andere für den Schleppzeiger. Der Chronograph wird über einen Monodrücker für die Grundfunktionen (Starten / Stoppen / Nullstellen) bei 2 Uhr und einen Drücker bei 4 Uhr für den Schleppzeiger (Stoppen / Nullstellen) bedient. Wenn der zweite Drücker den Sekundenzeiger für eine Zwischenzeit stoppt, setzt der erste Zeiger seinen Lauf fort. Wird der Schleppzeiger erneut gedrückt, rückt er sofort zum ersten, die Zeit nehmenden Zeiger auf.

Auch der Minutenrepetition im Kaliber 2757 S kamen die neuesten technischen Entwicklungen bei Vacheron Constantin zugute. Dazu gehört ein ausgeklügelter Fliehkraftregler. Diese Vorrichtung verfügt über zwei Gewichte, die so geformt sind, dass sie für die drehende Welle des Fliehkraftreglers als Bremse wirken können, um die von der Schlagwerksfeder kommende Energie auszugleichen. Zu diesem Zweck nutzt sie entgegengesetzte zentrifugale und zentripetale Kräfte. Wenn sich der Regler dreht, lenkt die Zentrifugalkraft das eine Ende der Gewichte nach außen, so dass das andere Ende als Bremse auf die zentrale Welle wirkt und so die Rotation und das Schlagen angleicht. Der Schlagregulator arbeitet absolut geräuschlos und reguliert sowohl die Schlagfrequenz als auch die Länge der musikalischen Sequenz. So können die Noten abgesetzt und klar gehört werden, ganz ohne mechanisches ‚Hintergrundgeräusch‘.

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©Vacheron Constantin

Die Besonderheit dieses Systems besteht in der Form der beiden Fliehkraftgewichte, die so gestaltet sind, dass sie durch die Zentripetalkraft der sich drehenden Welle des Reglers wie eine Art ‚Motorbremse‘ wirken. Dies gleicht die vom Federhaus kommende und durch das Tourbillon regulierte Energie aus. Das Tourbillon bei 6 Uhr ist mit einer sphärischen Spiralfeder ausgestattet. Bei dieser Form kann sich die Feder konzentrisch ausdehnen und zusammenziehen, was den Isochronismus verstärkt. Den markantenTourbillonkäfig ziert ein Malteserkreuz, das Emblem der Maison. Er wird durch eine von Hand anglierte Brücke gehalten und vollführt eine komplette Drehung pro Minute. Ein auf seiner Achse handmontierter Zeiger ist für die kleine Sekunde bestimmt.

Technische Exzellenz im Transparenzdesign

Das transparente Zifferblatt aus Saphirglas ist die ästhetische Signatur der neuen Les Cabinotiers Temporis Duo Grand Complication Openface. Mit einer Höhe von nur 0,5 mm zeichnet es sich durch eine hochkomplexe Mischung von Endbearbeitungen aus: Polierte und matte Oberflächen wechseln sich auf den Zählern ab, die auf die Unterseite der Saphirglasscheiben von metallisierten Ringen aus 5N Gold eingekreist sind. Die Stundenindizes sind mit grauem NAC beschichtet, die des Chronographen graviert und gedruckt. Der 30-Minuten-Zählerzeiger und die beiden Sekundenzeiger des Chronographen bestehen aus PVDbeschichtetem Aluminium. Ihre olivgrüne Farbe passt zu dem grünen Alligatorlederarmband, mit dem das 45-mm-Gehäuse aus Roségold am Handgelenk befestigt wird.

Durch das Saphierglas des Zifferblatts und auf der Gehäuserückseite lässt sich die Qualität der von Hand ausgeführten Endbearbeitungen auf den Uhrwerkskomponenten erkennen, wobei die ganze Schönheit dieses kinetischen Kunstwerks zum Ausdruck kommt. Die Oberflächen sind vielfältig angliert, poliert, santiniert, gekörnt, kreisförmig perliert, graviert und perlgestrahlt, was ein faszinierendes Spiel aus Reflexionen und Licht erzeugt. Durch das Zifferblatt ist sichtbar, dass die Seiten der skelettierten Brücken von Hand gezogen und gefast sind, während die Oberflächen einen Kreisschliff aufweisen. Die Räder mit ihren anglierten Speichen sind gewalzt und poliert, ein anspruchsvolles Unterfangen, für das Spezialwerkzeug benötigt wird, wenn sie aus Titan gefertigt sind. Die metallischen Farben der beweglichen Teile kontrastieren mit der schwarzen NAC-Beschichtung auf den Brücken und der Hauptplatine.

Auf der Rückseite des Uhrwerks hat der Uhrmacher eine ganz besondere Verzierung angebracht. Die Oberfläche der geschwärzten Brücken wurden ausgehöhlt und dann von Hand mit sehr feiner Körnung sandgestrahlt, wobei die Ränder hochglanzpoliert sind. Die von Hand gefasten Vertiefungen für Rubine und Schrauben sind auch hochglanzpoliert. Die Schönheit der Uhrwerksanordnung wird durch den Kontrast zwischen den schwarzen Brücken und ihren polierten Rändern sowie den goldenen Farbtönen der beweglichen Teile gesteigert. Auf dem Schlagregulator sind die Initialen JMV als Hommage an Jean- Marc Vacheron eingraviert. Er wird von einer halbkreisförmigen Brücke gehalten, die von Hand rundpoliert wurde – allein das Polieren erforderte acht Stunden minutiöser Arbeit. Die Sorgfalt und Liebe zum Detail, die diesem Kaliber zuteil wurde, zeigt sich daran, dass die Endbearbeitung der Komponenten doppelt so lange dauerte wie die Montage und der Einbau in das Gehäuse. Wie bei den Cabinotiers des 18. Jahrhundert üblich war ein einziger Uhrmacher für die Uhr verantwortlich. Er führte alle Endbearbeitungen der Komponenten aus sowie jeden Montageschritt bis hin zur Justierung und zum Einbau des Kalibers. Diese Arbeitsweise legt ein vielsagendes Zeugnis ab vom Engagement Vacheron Constantins, die Weitergabe von uhrmacherischen Kompetenzen über Generationen hinweg sicherzustellen.