Wenn Ende Juli das Nice Jazz Fest seine Tore öffnet, verwandelt sich das Zentrum von Nizza erneut in einen Treffpunkt für Musikfans aus aller Welt. Das traditionsreiche Festival vereint seit Jahrzehnten Jazz mit Soul, Pop, Hip-Hop und weiteren Musikrichtungen und zählt zu den wichtigsten Sommerveranstaltungen an der Côte d’Azur.


Vom 23. bis 25. Juli 2026 stehen auf den beiden Bühnen Masséna und Théâtre de Verdure insgesamt 18 Konzerte auf dem Programm. Vor der Kulisse zwischen Mittelmeer und Place Masséna erwartet die Besucher eine Mischung aus internationalen Stars, renommierten Jazzgrößen und vielversprechenden Newcomern.


Zu den Höhepunkten der diesjährigen Ausgabe zählen Auftritte von Sting, Busta Rhymes, Biréli Lagrène, The James Carter Quintet mit dem Projekt „Coltrane: A Centennial Supreme“, Nubiyan Twist, Cymande, Noga Erez, Lola Young, Obongjayar, Gabrielle Cavassa, Kassa Overall und Naïka. Damit bleibt das Festival seiner Linie treu, Jazztradition mit aktuellen musikalischen Strömungen zu verbinden.



Erstmals startet 2026 das Förderprogramm „Tremplin Nice Music Lab“, das die Stadt Nizza gemeinsam mit der Sacem Université ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, junge Künstler aus den Départements Alpes-Maritimes und Var zu fördern und sie auf ihrem Weg in die professionelle Musikszene zu begleiten. Schirmherr der Premiere ist der renommierte Schlagzeuger Manu Katché. Acht ausgewählte Solokünstler oder Bands präsentieren sich am 22. Juli im Théâtre de Verdure. Die drei überzeugendsten Projekte erhalten anschließend eine einjährige professionelle Förderung in den Bereichen Musikmanagement, Vermarktung und künstlerische Entwicklung.



Abseits der Konzertbühnen bietet das Festivaldorf „La Merenda“ Raum zum Entspannen. Gastronomiestände, schattige Aufenthaltsbereiche und musikalische Unterhaltung durch DJs sowie Künstler des Fest’Off-Programms sorgen zwischen den Konzerten für eine entspannte Atmosphäre und unterstreichen den mediterranen Charakter des Festivals.



Das Nice Jazz Fest setzt nicht nur auf Musik, sondern auch auf gesellschaftliche Verantwortung. Die Stadt Nizza verfolgt das Ziel, ihre Großveranstaltungen möglichst nachhaltig auszurichten und hat dafür zahlreiche Maßnahmen etabliert. Bei der Gastronomie stehen regionale und saisonale Produkte im Mittelpunkt. Nicht verkaufte Lebensmittel werden an gemeinnützige Organisationen weitergegeben, um Verschwendung zu vermeiden. Auch vegetarische Speisen sowie kompostierbares oder wiederverwendbares Geschirr gehören inzwischen selbstverständlich zum Angebot.



Auf Einweg-Plastikflaschen wird vollständig verzichtet. Stattdessen stehen Trinkwasserstationen bereit, an denen Besucher ihre eigenen Flaschen oder Mehrwegbecher auffüllen können. Gleichzeitig wirbt das Festival für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad und informiert umfassend über Müllvermeidung und Recycling.


Großen Wert legen die Veranstalter außerdem auf ein möglichst inklusives Festivalerlebnis. Reservierte Zuschauerbereiche, barrierefreie Sanitäranlagen und Vibrationswesten für gehörlose und hörgeschädigte Besucher sollen allen Gästen den Zugang erleichtern. Ergänzt wird das Konzept durch umfangreiche Präventionsangebote zu den Themen Alkohol, Drogen, Gehörschutz sowie Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. Eine eigens eingerichtete Safe Zone dient als Anlaufstelle für Besucher, die Unterstützung benötigen.


Seine besondere Stellung verdankt das Nice Jazz Fest auch seiner Geschichte. Bereits 1948 fand in Nizza nach Angaben der Veranstalter das weltweit erste Jazzfestival statt. Zu den Stars der Premiere gehörten Louis Armstrong, Django Reinhardt und Stéphane Grappelli. Das Festival trug entscheidend dazu bei, Jazz in Frankreich einem breiten Publikum bekannt zu machen. Nach einer längeren Pause kehrte die Veranstaltung Anfang der 1970er-Jahre zurück und entwickelte sich in den Gärten der Arènes de Cimiez zu einem internationalen Publikumsmagneten. Künstler wie Miles Davis, Dizzy Gillespie, Art Blakey, Carlos Santana oder Chuck Berry prägten diese Ära.


Seit 2011 findet das Festival im Herzen von Nizza statt und verbindet seine traditionsreiche Geschichte mit einem modernen musikalischen Profil. In den vergangenen Jahren standen dort neben Jazzlegenden auch Künstler wie Massive Attack, Black Eyed Peas, Lauryn Hill, Deep Purple, Ben Harper, Angèle oder Orelsan auf der Bühne. So bleibt das Nice Jazz Fest auch 2026 seinem Anspruch treu: internationale Musik, mediterrane Lebensfreude und ein Festivalerlebnis, das weit über die Konzerte hinausgeht.
