Sammler-Leidenschaft

Kunst ist nicht das Brot, aber der Wein des Lebens. Sie verführt, verzaubert, macht nachdenklich. Kunstsammler sind in die süße Venusfalle getappt…

Der Kunst wird die magische Kraft zugeschrieben, Wertloses in Unbezahlbares zu verwandeln. So wie ein Priester, wenn er eine Hostie in den Leib Christi verwandelt. Für Kapitalisten sind Kunstwerke nichts anderes als Statussymbole. Kunst ist gleich Geld, sind Aktien in schönerer Form. Der Marktwert gilt als wichtigster Faktor im Kanonisierungsprozess von Kunst. Das Wertsteigerungspotenzial scheint dabei grenzenlos. Der limitierten Anzahl von Kunstwerken steht eine immer größere Zahl an Käufern und Sammlern gegenüber. Das verursacht einen extremen Anstieg des Preisniveaus am Kunstmarkt. Denn durch den Einstieg Chinas und anderer asiatischer Schwellenländer in den Kunstmarkt ist dieser global geworden und weist gerade bei den Blue-Chip-Werten starke Anstiege auf.

Haben sich die Namen der Künstler einmal als Marke etabliert, gibt es anscheinend für die Preise nur eine Richtung, wie als Beispiel ein Gemälde von Pablo Picasso zeigt. Das Werk „Les Femmes d’Algier“ wurde 1997 um rund 32 Millionen Euro versteigert. 2015 in New York kam das gleiche Bild für rund 179 Millionen Dollar unter dem Hammer. Was damals ein Rekordwert für ein Gemälde war, ist jedoch heute nur noch Schnee von gestern. Leonardo da Vincis „Salvator Mundi“ erzielte 2017 bei einer Auktion 450 Millionen US-Dollar. Auf der anderen Seite nagen viele Künstler, die nicht vom Kunstmarkt gehypt werden, am Hungertuch.

Die künstlerische Begabung ist längst nicht genug, um am hart umkämpften Markt zu bestehen. Selbstvermarktung und die Vernetzung mit Galeristen und Kunsthändlern gehört heute genauso zum Anforderungsprofil eines erfolgreichen Künstlers wie das Beherrschen des Handwerks. Künstlerische Qualität allein ist zu wenig, um sich durchzusetzen. Das weiß auch Herbert Liaunig, dessen Sammlung heute rund 3.800 Werke von 380 Künstlern umfasst. „Es gibt Künstler, die sich nicht gut vermarkten oder keine Galerie gefunden haben und so über Jahrzehnte unterbewertete Positionen hatten. Diese Künstler zu finden und ihre Arbeiten und deren Bedeutung zu zeigen, ist für mich immer wieder spannend“, so Liaunig, der als vermögender Sammler in der Förderung der Kunst eine soziale Verantwortung sieht. Trotzdem gibt es noch viel zu wenige solcher Kunstsammler, um all die Talente aufzusammeln und zu entdecken, die im Verborgenen ihr Genie vergeuden. Und die wohl das romantische Schicksal ereilen wird, erst nach dem Tode Ruhm zu erlangen.

Wie glücklich kann sich da ein Künstler schätzen, wenn sich ein Mäzen seiner annimmt. So wie es einst die Medicis taten, die als Förderer Florenz zum Kunstzentrum der damaligen Zeit machten. Die von ihnen protegierten Künstler wie Donatello, Michelangelo oder Masaccio schufen Werke, die bis heute Weltruhm genießen. „Im Namen Gottes und des Gewinns“ stand in den Geschäftsbüchern der Medici.

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