Van Cleef & Arpels: Alhambra in neuem Licht
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©Brigitte Niedermair

Van Cleef & Arpels: Alhambra in neuem Licht

1968 entstand die Kollektion Alhambra, die sich im Laufe der Zeit als Emblem des Glücks durchgesetzt hat und zum Markenzeichen von Van Cleef & Arpels wurde. Sie wird vom vierblättrigen Kleeblatt inspiriert und das Motiv prägt die Epochen. Es wird je nach Material und Funktion immer wieder neu interpretiert. Ziersteine wie Onyx und Karneol, organische Materialien wie Perlmutt, aber auch guillochiertes Gold oder Porzellan aus Sèvres erneuern sein zeitloses Erscheinungsbild.

Heute verbindet die Maison dieses Symbol mit einem Savoir-faire, das ihr am Herzen liegt: der Emaille. Ein neues Set, bestehend aus langer Halskette, Collier, Anhänger, A rmband und Ohrringen, schmückt sich mit diesem kostbaren Material. Sie ist im Laufe der Geschichte sehr beliebt und ziert die Kreationen der Marke Van Cleef & Arpels seit ihren Anfängen im Jahr 1906.

Die Farbpalette der Kollektion Alhambra wird jetzt durch eine leuchtend rosa Emaille bereichert. Sie ist farbintensiv, durchscheinend und von feinen Bläschen durchzogen, die ihr Leben und Tiefe verleihen. Es ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung in den Ateliers des Juweliers und zeigt auch seine Verbundenheit mit seltenen Kunsthandwerken.

Emblem des Glücks

„Um Glück zu haben, muss man an das Glück glauben“, pflegte Jacques Arpels, der Neffe von Estelle Arpels, zu sagen. Das Glück liegt der Maison sehr am Herzen. Es hat häufig ihre Schritte geleitet und diente einiger ihrer emblematischen Kreationen als Inspiration. So tauchen die vierblättrigen Kleeblätter bereits ab 1906 in den Archiven von Van Cleef & Arpels auf, zusammen mit einer Reihe von Schmuckstücken, hölzernen Talismanen, Charms und Coccinelles.

1968 kreiert die Maison die erste Halskette Alhambra, die von der Form des vierblättrigen Klees inspiriert ist. Ihr originelles Muster mit klaren und harmonischen Linien, etabliert sich als ein Emblem des Glücks, das Markenzeichen von Van Cleef & Arpels. Die Kreation besteht aus 20 Motiven aus strukturiertem Gelbgold, die von einer doppelten Perlenkontur eingefasst sind. Das Stück begleitet durch seine stylisierte Ästhetik mit fließendem Fall zum täglichen Tragen alle Silhouetten und passt sich den Vorstellungen der Zeit an. Mit seinem sofortigen Erfolg bildet es den Auftakt einer Kollektion mit hohem Wiedererkennungswert, die sich im Laufe der Zeit unermüdlich erneuert.

Im Laufe der Jahrzehnte erweitert sich ihre breite Palette an Materialien und Nuancen und bereichert ihre zeitlose Eleganz. Das Gold – Gelb-, Rosé- oder Weißgold – ist poliert, strukturiert oder guillochiert und wird in Verbindung mit Ziersteinen, organischen Materialien und Diamanten oder Porzellan aus Sèvres verarbeitet. Farben und Texturen harmonieren in den verschiedenen Kreationen und erfinden die Welt von Alhambra neu.

In der Tradition von mehr als fünfzig Jahren Kreativität innerhalb der Kollektion bietet die Maison heute fünf neue Kreationen Vintage Alhambra und Magic Alhambra aus transparenter Emaille an. Die von Perlen gesäumten Motive präsentieren sich in einem neuartigen Rosaton, der von Van Cleef & Arpels gewählt wurde, um die polychrome Identität der Kollektion fortzusetzen.

Diese dunkle Nuance, die speziell für die Designs des Kreativstudios entwickelt wurde, wird durch eine Technik erhalten, die von dem sogenannten Goldpurpur-Verfahren aus dem 17. Jahrhundert inspiriert wird. Hier wird die Farbe nicht durch Pigmente erzeugt, sondern durch das Vorhandensein feiner Goldpartikel in der Zusammensetzung des Materials. Die Erzielung des idealen Farbtons ist besonders komplex und hängt von der Form und Größe der Partikel sowie deren Konzentration ab. Die Ateliers von Van Cleef & Arpels in Genf benötigten mehrere Jahre Forschung und Entwicklung, um dieses Verfahren zu entwickeln und zu perfektionieren.

In Kombination mit Gelbgold oder guillochiertem Gelbgold enthüllt die Emaille der Alhambra Kreationen ein durchscheinendes Material, das von feinen Bläschen durchsetzt ist. Sie verleihen jedem Motiv Leben, Tiefe und Einzigartigkeit. Dieses Material zeichnet sich auch durch seine lichtreflektierende Fähigkeit aus – die etwas höher als die des Smaragds ist – und die ihm einen spezifischen Glanz verleiht. Jedes Motiv hat eine gewölbte Oberfläche, die seinen Glanz verstärkt und schimmernde Reflexe erzeugt.

Das Herzstück des Savoir-faire der Maison

Im Laufe der Jahre hat sich die Verbundenheit des Hauses mit dem Kunsthandwerk zu einer vollwertigen internen Expertise entwickelt. Um den kreativen Absichten der Projekte gerecht zu werden, beherrschen die Uhrmacher-Ateliers von Van Cleef & Arpels heute mehr als fünfzehn Emailliertechniken. Dazu gehören Emaille-Miniaturmalerei, Grisaille-Emaille, Plique-à-Jour-Emaille oder Emaille-Dekalkomanie.

Die Kunsthandwerksberufe arbeiten, über die traditionellen Handgriffe hinaus, an der Perfektionierung der Techniken und der Konzeption neuer Methoden wie der modellierten Emaille. Letztere ermöglicht es, eine dreidimensionale Form zu erhalten, die sich durch ihr Spiel mit Volumen und Transparenz auszeichnet, wie die Uhr Lady Arpels Jour Enchanté oder die Modelle Perlée Extraordinaire Fruits Enchantés zeigen.

Mit der Ausarbeitung der Emaille für die Alhambra Kreationen konnten die Expertise und die Kreativität der Maison eins werden, um den Absichten dieses neuen Kapitels gerecht zu werden.

In der Tradition der Exzellenz des Hauses spiegelt die Kollektion Alhambra ihre Kompetenz im Bereich Schmuckherstellung und Liebe zum Detail wider. Von der Fertigung der Emaille-Motive bis zu den Etappen in den Ateliers von Van Cleef & Arpels in Frankreich – Schmuck, Edelsteinbesatz, Politur usw. – werden verschiedene Fachkompetenzen für die Umsetzung der Kreationen kombiniert.

Die Anpassung der gewölbten Emaille-Motive in ihrer Fassung erforderte eine besondere Präzision. Diese kostbare Einfassung zeichnet sich durch ihre doppelte Reihe goldener Perlen aus, ein wahres Markenzeichen der Ästhetik von Van Cleef & Arpels. Die regelmäßigen Kurven sind das Ergebnis sorgfältiger Juwelier- und Polierarbeit.

Die Goldkugeln spielen mit dem Licht und unterstreichen die Reflexionen der Emaille und ihres Materials mit den feinen Bläschen. Beim Einfassen werden die Krappen vorsichtig umgebogen, um jedes Symbol diskret zu halten. Auf der Rückseite sind sie gebördelt oder kugelförmig abgerundet, um einen sanften Kontakt auf der Haut oder der Kleidung zu gewährleisten.

Jedes Element trägt zur Schönheit des Ganzen bei: Die Kette, die die Motive verbindet, ist facettiert, um ihren Glanz zusätzlich zu betonen. Im Nacken rundet die Schließe, die mit dem Monogramm der Maison verziert ist, das Stück mit der für die Marke typischen Raffinesse ab.

Nach der Fertigstellung wird jede Kreation sorgfältig mit bloßem Auge überprüft, um ein Ergebnis zu gewährleisten, das den Qualitätsanforderungen von Van Cleef & Arpels entspricht.

Emaille, ein historisches Material, das seit 1906 von der Maison geschätzt wird

Emaille erschien zum ersten Mal vor mehr als 3.500 Jahren in Griechenland, in der mykenischen Zivilisation. Sie breitete sich im ersten Jahrtausend vor Christus im gesamten Mittelmeerraum aus, bevor sie von anderen Zivilisationen auf der ganzen Welt, insbesondere in königlichen Kontexten, verwendet wurde. Emaille wird seit ihrer Erfindung als edles Material wahrgenommen und nicht als Ersatz für Steine. Sie erfährt dank ihrer physikalischen und ästhetischen Eigenschaften einen großen Erfolg. Emaille wird mit Gold und Edelsteinen auf Objekten, Ornamenten und Schmuckstücken der prestigeträchtigsten Kollektionen kombiniert.

Die großen Herrscher Europas bestellen emaillierte Schmuckstücke mit ihrem Bildnis, um sie als diplomatisches Geschenk oder als Zeichen der Zuneigung zu verschenken. Davon zeugt zum Beispiel eine Schatulle mit Porträt, die um 1680 vom großen Emaillemaler Jean Petitot und dem Goldschmied Le Tessier de Montarsy angefertigt wurde. Sie besteht aus einer ovalen Miniatur, die Ludwig XIV. darstellt und ist üppig von Diamanten gesäumt. Die Rückseite ist zudem mit der königlichen Zahl (doppeltes verschlungenes L) und Rinceaux-Streifen emailliert.

Ende des 18. Jahrhunderts können dank Emaille auch die Miniaturreproduktion bemerkenswerter Landschaften auf Medaillons und anderem Schmuck dargestellt werden. Diese emaillierten Gemälde wurden oft als Erinnerung an die während der Grand Tour unternommenen Reisen mitgebracht. Die verschiedenen Techniken (zum Beispiel Emaille-Miniaturmalerei, Grisaille-Emaille oder Plique-à-Jour) ermöglichen es, eine Vielzahl von auffälligen Effekten zu erzielen: Farben, Schatten und Licht oder Transparenz.

Seit der Gründung im Jahr 1906 nutzt Van Cleef & Arpels die Qualitäten der Emaille, um eine Vielzahl von Kreationen zu schmücken: kostbare Objekte, Schatullen, Châtelaine-Anhänger, Uhren und Schmuck – insbesondere Clips. Dank seiner breiten Farbpalette und der verschiedenen Techniken ermöglicht dieses Material dem Juwelier, seine ganze Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Bis in die dreißiger Jahre bestanden die von der Art-déco-Bewegung beeinflussten geometrischen Dekorationen neben Landschaften, die von den Kulturen aus der Ferne inspiriert waren, und figurativen Szenen, insbesondere aus der Welt des Sports.

In den fünfziger und sechsiger Jahren bringt Van Cleef & Arpels mit dem Angebot der „Boutique“ eine berührende Fauna heraus, von der einige Details aus Emaille gefertigt wurden. Dieses Material verleiht auch von Blumen inspirierten Kreationen seine Nuancen. Gewisse Blumensträuße weisen dank der Plique-à-Jour-Emailletechnik transparente Blütenblätter auf.

Bis zum Ende der achtziger Jahre entwirft die Maison figurative Stücke, die von Realismus geprägt und insbesondere von Exotik inspiriert werden. Die Emaille verleiht so einem tropischen Bestiarium ihre breite Farbpalette und ein lebendiges und fröhliches Aussehen.

Seit ihrer ersten Uhr Complications Poétiques im Jahr 2006, Lady Arpels Centenaire genannt, wendet sich die Marke Van Cleef & Arpels der Emaille zu, um ihren Zifferblättern einen poetischen Impuls zu verleihen. Im Laufe der Jahre ermöglichen es verschiedene Techniken, Dekorationen mit einem Eindruck von Tiefe zu erschaffen, wie das Modell Lady Arpels Pont des Amoureux. Die Kollektion Cadrans Extraordinaire veranschaulicht auch die Fähigkeit des Hauses, Schmuck und Kunsthandwerk zu kombinieren, um Szenen voller Details und Reliefs zum Leben zu erwecken.