Stellen Sie sich Folgendes vor: Die jugendlichen Figuren, die Jonathan Anderson für die Neuinterpretation des Hauses entworfen hat, streifen durch die Stadt Paris wie moderne Flâneure. Ziellos wandernd erreichen sie die Dior-Boutique an der Avenue Montaigne, und zu ihren Füßen, im Pflaster eingelassen, entdecken sie eine kleine Gedenktafel. Darauf prangt die Silhouette einer Frau in einem gelben Kleid, darunter steht: Paul Poiret. In seiner Blütezeit führte dieser Couturier – bekannt für seine fließenden Formen und seine Inspirationen aus Nordafrika, dem Nahen Osten und Ostasien – direkt in der Nähe seine eigene Boutique und trug dazu bei, das Viertel zum Zentrum der Couture zu machen.









Durch diese Entdeckung beflügelt, beginnt die Dior-Aristo-Jugend, neue stilistische Verbindungen zu knüpfen. Freude und Spontaneität leiten ihre Entscheidungen. Hier stehen sie nun: mit stacheligen gelben Haaren, bestickten Schulterklappen und einer Aura eklektischer Opulenz. Ende.









Ein kunstvolles Zusammenspiel scheinbar widersprüchlicher Ideen: die Codes der Form, Dior-Klischees, Reminiszenzen an Paul Poiret, Denim und Parkas. Stil wird als Diskurs behandelt, mit Empathie und elan angegangen. Die Schneiderei ist schlank und präzise: verlängerte Jackets, gnadenlos verkleinerte Blazer, Fräcke, gekürzte Bar-Jackets und schlanke Hosen.









Oberbekleidung vereint das Technische mit dem Opulenten, das Pragmatische mit dem Dramatischen: Bomberjacken fließen in Brokat-Capes, ballonförmige Field-Jackets und einhüllende Mäntel über. Die Grenze zwischen maskulin und feminin wird spielerisch verwischt. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen voller Eleganz und Andeutungen von Lässigkeit: Anzüge, Lavallière-Hemden, Westen und Long Johns anstelle von Hosen.









Donegal-Tweeds, glänzende Samtstoffe, leuchtende Jacquards, schimmernde Stickereien, dichte Fransen und kunstvolle Passementerie erschaffen eine exzentrische visuell-taktile Erzählung, während die Farbpalette eher gedämpft bleibt. Accessoires umfassen Schnürschuhe mit kleinen Absätzen, D-förmige Loafer und weiche Messenger-Bags.









Das Sich-Kleidern wird zu einem Spiel ungebändigter Assoziationen, bei dem unwahrscheinliche Elemente miteinander verbunden und Alt und Neu mit spontaner Leichtigkeit kollidieren.









