Mit der neuen Haute-Couture-Kollektion widmet sich Dior dem faszinierenden Dialog zwischen Mode und Skulptur. Inspiriert vom Werk der amerikanischen Künstlerin Lynda Benglis, übersetzt die Kollektion die Sprache der Bildhauerei in die Ausdrucksformen der Couture. Sie untersucht, wie Materialien durch Bewegung, Struktur und handwerkliche Verarbeitung eine neue Dimension erhalten können.






„Das Studio ist mein Labor“ – diese Aussage von Lynda Benglis bildet den Ausgangspunkt einer Kollektion, in der Experiment und Handwerk miteinander verschmelzen. Viele ihrer skulpturalen Arbeiten entstehen aus ursprünglich zweidimensionalen Materialien, die durch Knoten, Faltungen und Modellierungen in dreidimensionale Formen überführt werden. Ein ähnlicher Prozess prägt die Haute Couture: Stoffe werden durch die Hände der Ateliers geformt, erhalten Volumen und verwandeln sich am Körper in lebendige Skulpturen.






Jonathan Anderson greift diese Verbindung auf und erforscht die gestalterischen Möglichkeiten von Handplissierungen, Knoten und Drapierungen. Die charakteristischen Oberflächen von Benglis’ Werken finden sich in den Materialien der Kollektion wieder – interpretiert durch metallische Stoffe, irisierende Texturen, ornamentale Verkrustungen und papierähnliche Strukturen. Selbst die Illusion von Maschendraht wird durch ein zartes, silberfarbenes Netzmaterial in eine weiche, textile Form übertragen.






Ein weiterer Schwerpunkt der Kollektion liegt auf der langjährigen Beziehung von Lynda Benglis zu Ahmedabad im indischen Bundesstaat Gujarat. Während ihrer Aufenthalte auf dem Anwesen der Familie Sarabhai ließ sie sich von der dortigen Landschaft und insbesondere von den Pfauen inspirieren. Ihre seit Ende der 1970er-Jahre entstandene „Peacock“-Serie findet in der Kollektion eine neue Interpretation: leuchtende Farben, florale Elemente und kunstvolle Perlenverzierungen greifen die lebendige Ästhetik dieser Werke auf.






Die Auseinandersetzung mit Benglis’ Schaffen führte Jonathan Anderson zugleich zur reichen Tradition des indischen Kunsthandwerks. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere der Chintz des 18. Jahrhunderts – fein gewebte Baumwollstoffe, die von Hand bemalt oder mit Holzblöcken bedruckt wurden und die europäische Dekorationskunst nachhaltig beeinflussten. Seltene antike Fragmente von Chintz und Indiennes, sorgfältig von einem Spezialisten ausgewählt, schmücken ausgewählte Petit-Dîner- und Mini-Lady-Dior-Taschen und verbinden historische Handwerkskunst mit zeitgenössischer Couture.






Die Landschaften, die Lynda Benglis geprägt haben, werden zu einer weiteren Inspirationsquelle der Kollektion. Jonathan Anderson setzt die üppige, farbenreiche Atmosphäre Ahmedabads in Kontrast zur trockenen Weite und klaren, kristallinen Luft von Santa Fe, New Mexico – jenem Ort, an dem die Künstlerin lebt und arbeitet. Diese beiden unterschiedlichen Umgebungen spiegeln sich in den floralen Motiven, der Farbpalette und der materiellen Vielfalt der Kollektion wider.






Auch die Taschen greifen die skulpturale Sprache der Kollektion auf. Perlmuttintarsien, kunstvolle Posamentenarbeiten und schimmernde Lederoberflächen setzen die Materialität der Couture fort. Die im vergangenen Jahr eingeführte „Dior Anthology“-Serie wird weiterentwickelt: Die Petit Dîner und die Mini Lady Dior erhalten Oberflächen aus Fragmenten antiker indischer Chintz- und Indiennes-Stoffe aus dem 18. Jahrhundert. Florale Motive verweisen auf die beiden Landschaften, mit denen Lynda Benglis verbunden ist – Gujarat in Indien und New Mexico in den Vereinigten Staaten. Vier Taschen entstehen in direkter Zusammenarbeit mit der Künstlerin: die Dior Cigale mit metallisch plissierter Oberfläche, eine skulptural interpretierte Dior Bow, eine neue Version der Lady Dior sowie eine Petit Dîner mit einer von Benglis’ Formen inspirierten Schleife.






Die Schuhe übertragen die charakteristischen Oberflächen und Strukturen von Lynda Benglis’ Kunst in textile und handwerkliche Details. Schimmernde Materialien, glitzernde Elemente und netzartige Überlagerungen erzeugen eine visuelle Verbindung zu den skulpturalen Arbeiten der Künstlerin. Satin-Pumps mit farblich kontrastierenden Partien zeichnen sich durch eine verlängerte, quadratische Spitze aus. Diese Silhouette erscheint auch in Modellen mit unregelmäßig angeordneten Pailletten, Mikro-Pailletten, Perlenstickereien und üppigen floralen Applikationen. Die von Benglis’ „Peacock“-Serie inspirierten Ornamente, die in mehreren Looks der Kollektion erscheinen, werden auf transparente Pumps übertragen. Andere Modelle erhalten skulpturale Akzente durch plissierte Metallschleifen.






Die Schmuckstücke verbinden französisches und indisches Kunsthandwerk und entstehen in Zusammenarbeit mit erfahrenen Ateliers, unter anderem in Jaipur im indischen Bundesstaat Rajasthan. Perlmutt, Bergkristall und geschnitzter grüner Onyx – als Erinnerung an die symbolische Bedeutung von Smaragden in traditionellen Schmuckkulturen – werden mit Quastenbändern kombiniert. Dieselbe Technik wird auch mit schwarzen Onyx-, Hämatit- und Karneolperlen interpretiert.






Die floralen Motive seltener antiker indischer Textilien finden sich in farbenprächtigen Mikromosaiken wieder, während Halsketten aus unterschiedlich großen Scheiben die rauen, erdigen Oberflächen von Terrakotta nachbilden. Benglis’ „Peacock“-Serie wird schließlich in Paris durch kunstvoll bestickte Elemente auf Sterlingsilberdraht direkt in Schmuckkompositionen übersetzt.






