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Gastronomie aufsperren – und zwar sofort.

Die Stimmen mehren sich. Sie werden lauter. Die Welle des Protestes bundesweit geht hoch.
Der Tenor: Gastronomie aufsperren. Kontrolliert. Und zwar sofort.

Nun mag es viele unter unseren Lesern geben, die sagen: Klar, dass der Mucha fürs Aufsperren der Gastronomie ist. Schließlich verlegt er seit 46 Jahren die größte Gastronomiefachzeitschrift des Landes. Da muss er für seine Klientel ja eintreten.

Doch ich habe bis jetzt geschwiegen. Und mich an die Fakten gehalten. Und allen, die bei mir interveniert haben, gesagt, dass ich den Lockdown für die klügste Version halte. Auch wenn das immens schmerzt. Auch wenn es für unsere Betriebe ans Eingemachte geht.

Auch wenn das den Tod, das Sterben, die Pleite von ungezählten Unternehmen im Gastgewerbe bedeutet. Auch wenn die Regierung säumig war mit den Zahlungen. Auch wenn die Unterstützungen nur schleppend geflossen sind. Auch wenn windige Vermieter keinen Millimeter von überhöhten Mieteinnahmen nachgelassen haben. Siehe Wlaschek-Stiftung und Landtmann. Übrigens eine der übelsten Geschichte, die ich in den letzten Jahren gehört habe. „Charly Walker“, der alte Wlaschek, der immer ein guter Mensch gewesen ist, und den ich persönlich kannte, rotiert wahrscheinlich im Grab, wenn er sieht, wie seine Stiftungsvorstände, die sein redlich erworbenes Geld heute verwalten, mit Menschen umgehen. Einfach erbärmlich.

Doch der Grund, warum ich nun für eine sofortige Öffnung eintrete ist ein rein sachlicher.

Und der hat mich im Gespräch mit Rudolf Tucek, der immerhin jahrelang das Österreichische Verkehrsbüro und damit die größte Hotel- und Reisegruppe des Landes in lichte Höhen geführt hat, überzeugt:

Das Einkasteln, das Einsperren, der Lockdown hat dazu geführt, dass alle Aktivitäten des Essens, des Treffens und der Kommunikation in den privaten Bereich verlagert wurde. Und was passiert im privaten Bereich von Wohnungen?

Obwohl die Regierung verzweifelt versucht hat, sich Zutritt ins Privatleben der Menschen zu verschaffen, sind Kurz, Nehammer, Anschober und Co. damit schmählich gescheitert.

Kein Innenminister, der im Amt bleiben will, überlebt es, wenn die Uniformierten beginnen, in Wohnzimmern, Schlafzimmern und Küchen Nachschau zu halten, ob Abstand, Masken und Desinfektion eingehalten werden. Das ist genauso, als würde Kurz es wagen die generelle Impfpflicht einzuführen. Dann verliert er auf einen Schlage alle Impfzögerer, -zauderer und Impfgegner. Dann ist die Regierung in kürzester Zeit perdu. Weg. In der Versenkung verschwunden.

Wenn also alles in den privaten Bereich verschoben wird, dann ist jede Kontrolle unmöglich geworden. Die Ansteckungen passieren – das ist mittlerweile klar – genau im ungesicherten, ungeschützten privaten Bereich, wo das Verbreiten des Virus fröhliche Urständ‘ feiert.

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn man die Gastronomie öffnet. Wenn die Menschen – kontrolliert, reguliert und nach straffen Regeln – in der Öffentlichkeit wieder essen können, speisen können, sich treffen können. Mit Maß und Ziel. Nach vorgegebenen Regeln. Mit Mindestabstand. Mit Hygienevorschriften. Mit Masken.

Damit entsteht eine klare und logische Schlussfolgerung. Das Verschieben des gesellschaftlichen Lebens in den privaten Bereich steigert die Infektionen.

Das Wiederöffnen der Gastronomie und das kontrollierte Kommunizieren in der Öffentlichkeit unter Aufsicht, nach strenger Reglementierung, wird die Infektionen einschränken.

So einfach ist das.

Deshalb schwenken jetzt auch Spitzenpolitiker wie der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser um und fordern die unverzügliche Öffnung der Gastronomie. Sie sind meiner Meinung? Dann schreiben Sie mir bitte an christian@mucha.at. Sie sind nicht meiner Meinung? Dann schreiben Sie mir unbedingt auch an christian@mucha.at

 

© Christian W. Mucha

 

Erscheinungstermine 2021 – Änderung

bedingt durch den schweren und anhaltenden Lockdown, dem nur zögerlichen Hochfahren mit heutigem Tag und der schwierigen Situation, in der sich Österreichs Wirtschaft aufgrund der Corona-Krise befindet, müssen wir die bereits im November 2020 – zu diesem Zeitpunkt leider ohne Vorkenntnis der Entwicklung unseres Verlages und damit unter mangelhafter Plan-Sicherheit – veröffentlichten Erscheinungstermine leider geringfügig nachjustieren.

Wiewohl wir im Vorfeld schon ziemlich präzise vorgeahnt haben, dass das nicht so einfach mit der Belebung unserer Wirtschaft sein wird.

Wir haben vorderhand nur einen einzigen Termin verlegt und werden daher die Ausgabe ExtraDienst 1-2/21 nicht wie geplant am 26. Februar 2021, sondern erst am 19. März 2021 auf den Markt bringen.

Vorausgesetzt, unsere Wirtschaftswelt wird durch Mutationen u.dgl. nicht komplett unter gehen.

Dann wird nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch dieser nachjustierte Jahresplan nicht mehr zu halten sein.

Darauf, dass dies nicht passiert, hoffen wir mit Ihnen gemeinsam. Und bedanken uns herzlichst für Ihr Verständnis dafür, dass die derzeitigen Rahmenbedingungen diesen Schritt notwendig gemacht haben.

In der PDF-Anzeigenpreisliste haben wir die Datenänderungen bereits durchgeführt. Sie finden Sie hier.

Heerliche Weihnachten

Aufgrund der aktuellen COVID-Krise können heuer die traditionellen Truppenbesuche der Führung des Bundesheeres bei den Auslandskontingenten sowie bei den Assistenzeinsatz-Kontingenten in Österreich vor Weihnachten nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden. Daher findet am Dienstag, den 22. Dezember 2020, die „hybride“ Veranstaltung „Heerliche Weihnachten – Weihnachtsgrüße in alle Welt“, unter Mitwirkung von Soldatinnen und Soldaten aus den Einsatzräumen im In- und Ausland, statt. Die 60-minütige Live-Veranstaltung mit virtuellen Schnittstellen ist den Soldatinnen, Soldaten und Zivilbediensteten gewidmet, die das Weihnachtsfest nicht in der üblichen Form zu Hause, sondern abseits ihrer Familien und Lieben im Einsatzraum feiern müssen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner empfing bereits die Opernstars Daniela Fally und Andreas Schager sowie die Schauspielerin und Intendantin Kristina Sprenger zur Generalprobe. „Ich freue mich schon sehr, gemeinsam mit unseren Gästen am 22. Dezember die Leistungen unserer Soldaten im In- und Ausland besonders zu würdigen, und unsere Weihnachtswünsche zu ihnen in die Einsatzräume und in alle Welt zu senden. Dazu versorgen wir unsere Kontingente auch mit traditionellen weihnachtlichen Köstlichkeiten und Christbäumen aus Österreich, um zu einer ganz besonderen Weihnachtsstimmung beizutragen”, so Verteidigungsministerin Tanner.

Das Weihnachtsspecial wird auf dem Youtube-Kanal des Bundesheeres live übertragen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner © Bundesheer/Hofer

 

PA/Red

In eigener Sache

Wir von der MG Mediengruppe sind stolz darauf, das wir im heurigen Jahr – allen Widrigkeiten zum Trotz – mit der Ausnahme von kleinen zeitlichen Verschiebungen (alle) Ausgaben, die noch vor der Pandemie geplant waren, auf dem Markt gebracht haben.

Durch den zweiten Lockdown ist allerdings auch unser Verlagshaus schwer getroffen, insbesondere da wir einen starken Muskel unserer Medienaktivitäten in den Branchen Gastronomie, Hotellerie und Tourismus haben. Wir müssen uns daher – aufgrund des zweiten Lockdowns – der akuten Situation anpassen und können deshalb im heurigen Jahr nur mehr folgende Ausgaben auf dem Markt bringen:

* eine Ausgabe ExtraDienst (Ausgabe 10-12/20) mit dem Anzeigenschluss am 09.12.2020 und dem Erscheinungstermin 18.12.2020

* eine Ausgabe FaktuM (Ausgabe 5-6/20) mit dem Anzeigenschluss 30.11.2020 und dem Erscheinungstermin 04.12.2020

sowie

* eine Ausgabe Elite (Ausgabe 4/20) mit dem Anzeigenschluss 02.12.2020 und dem Erscheinungstermin 11.12.2020.

Wir bitten Sie, geschätzte Abonnenten, Leser und Kunden, um freundliches Verständnis und bedanken uns sehr, dass Sie uns in dieser schwierigen Zeit so stetig die Treue halten.

Herzlichst

Ihr

Redaktionsteam der MG Mediengruppe und des Mucha Verlages

Das Maß aller Dinge

Für die einen Gebetbuch, für die anderen Teufelszeug, für Dritte Karriere-Tool – doch eines ist in jedem Fall gewiss: Die vorliegende, druckfeuchte Rankinglist der 359 wichtigsten heimischen Promis lässt garantiert keinen kalt.

Im Waldland Österreich (© Donald Trump) explodieren nicht nur die Bäume: Da brennen auch die Träume. Denn wer hegt nicht im verborgenen Herzenskämmerlein den inbrünstigen Wunschtraum, das zu erleben, was Andy Warhol uns allen versprochen hat: Dass jeder von uns wenigstens einmal im Leben für einen Moment berühmt sein wird. Wobei – es wäre nicht so schlecht, wenn das dann eine längere Zeitspanne überdauern könnte…

Österreichs Prominenz ist – um das unprätentiös zu formulieren – ein „wilder Haufen“. Eine Mischkulanz aus Künstlern, Sportlern, Unternehmern, Models, Schnorrern, Angebern, Selbstdarstellern, gepuschten Ikonen und Adabeis, die sich stets dann, wenn’s irgendwo Aufmerksamheit zu holen gibt, um die vordersten Plätze drängeln.

Die Riege der Austro-Promis reicht vom „unsterblichen“ Skirennläufer (sein Platz in der Geschichte ist ihm sicher, seit er den Weltmeistertitel mit einem Hundertstel Vorsprung eingeheimst hat) über einen Baumeister, der bevorzugt um das teure Geld  seiner Mieter im Einkaufstempel Hollywood-Stars in Stretchlimousinen zum Opernball karrt, bis zur veroperierten Charity-Lady, die jeden klagt, der auch nur behauptet, ihre Lippen wären aufgespritzt. Wer diese – vermeintlich einem Fellini-Film entsprungene – Partie Revue passieren lässt, dem fällt nur der Satz „Die Gspritzten haben immer Saison“ ein. Von der Rennsport-Legende über den Oscar-Preisträger, Euromilliardäre und Bürgermeisterfrauen ebenso wie zu Star-Figaros, Kindermoden-Bankrotteuren und Ferrari-Liebhabern reicht das breite Spektrum jener, die meistgenannt die heimischen Gazetten bevölkern.

Warum die betreffenden Personen (darunter übrigens auch eine russischstämmige Juristin und ein 66-jähriger Fachmagazineur) prominent sind, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Wieso jemand bekannt wird, genannt wird, erwähnt wird, warum Spitzentypen, die in ihrem Metier Hervorragendes leisten, Zeit ihres Lebens in erbärmlicher Anonymität dahindümpeln und aufgeblasene Nichtsnutze mit übersteigertem Ego, scharfen Ellenbögen und dem Talent zum Schmeicheln emporkommen, vermag niemand genauer zu analysieren, zu verstehen, zu deuten oder zu planen. Wie also schafft man es in die Liga der außergewöhnlichen Persönlichkeiten? Die Antwort darauf gab mir vor vielen Jahren Albert Fortell. Ein Mann, der in Wahrheit Albert Fortelni heißt. Und als Sohn eines bekannten Wiener Schauspielers in die Fußstapfen seines Vaters trat. Mit wechselndem Erfolg. Fortelni damals zu mir im O-Ton: „Um genannt zu werden, muss man jene verstehen, die über Events, Veranstaltungen, Partys, Charities, Feste und Großereignisse berichten. Die sind doch in Wahrheit arme Hunde. Am Opernball erklärt dir jeder, dass er jetzt tanzen gehen wird. Und eigentlich interessiert das nach dem 6423. Interview keinen mehr. Also: Ein spannender Spruch muss her. Ein kurzer, prickelnder Sager muss vorbereitet sein. Eine spannende Geschichte. Das werden sie bringen. Und wer regelmäßig abliefert, der schafft es, immer wieder genannt zu werden. Und plötzlich ist er prominent.“ Fortelni hatte immer einen Spruch parat. Wohl vorbereitet. Ob er sich im richtigen Moment den Arm brach oder mit einem bekannten Hollywood-Schauspieler rein zufällig zu Oscar-Zeiten eine Auto-Karambolage in Los Angeles hatte – seine Gschichtln waren immer klug vorbereitet und vom Feinsten.

Adabei, der verwichene Roman Schliesser, war die legendäre Galionsfigur der heimischen Berichterstatter. Der zweitmeistgelesene Kolumnist der Kronen Zeitung, geschlagen nur von Staberl Richard Nimmerrichter, gab das Tempo vor: Wenn Schliesser einen Satz von Franz-Josef Strauß mit deftigen, knapp gesetzten und brutal formulierten Worten wiedergab, dann entwickelte sich daraus flugs ein diplomatischer Eklat zwischen Österreich und Bayern. Der rasende Roman war das Maß aller Dinge. Jene, über die er schrieb, konnten sich wahrhaftig glücklich schätzen. Sanktionen kannte er nur eine: „Wenn mir jemand zuwider ist, dann kommt er bei mir nicht vor. Den ignorier ich. So einfach ist das“, formulierte er sein Credo gegenüber dem Autor dieser Zeilen.

Doch konnten in der Schliesser-Prassl-Ära (Franz Prassl war sein Konterpart beim Kurier, und die beiden hassten einander redlich) noch allerlei Deftigkeiten verbreitet werden, hat sich der Wind gedreht: Heute gehen die Uhren anders als seinerzeit. Da läuft alles politisch korrekt ab. Da wird mit der Goldwaage abgewogen. Und wehe, man hält sich nicht an die Regeln. Wenn bei der Wahl zur Miss Earth keine Masken getragen werden, dann bekommen die Society-Journalisten Schaum vor dem Mund. Wenn Friedrich Schiller gefragt wird, ob er sich mit einem Kontrahenten versöhnen würde, und der Spruch entschlüpft ihm: „Sicher. Ich würde mich ja auch mit Adolf Hitler versöhnen“, dann springt selbst die eigene Ehefrau Jeannine symbolische fünf Meter hoch. Und distanziert sich vom eigenen Göttergatten. Und der Ausrutscher verbreitet sich lawinös.

Sohin zählen heute Political Correctness, soziales Engagement und Bekanntheit. Obgenannte Jeannine kriegt schon öfter mal ihr Kleeblatt (gleichzeitige Berichterstattung in allen vier wichtigen Tagesmedien, Kurier, Krone, Heute und Österreich), wenn sie für die Kinder in Moldawien unterwegs ist. Damit machst du die großen Punkte. Dazu kommt, dass mit Facebook, Instagram, TikTok, YouTube und Co. jedermann sein eigenes Medium hat. Sohin ist alles viel breiter aufgestellt als früher. Wer heute zum Who ist Who zählen möchte, der muss vielfältig sein: In den sozialen Netzwerken punkten, täglich spannende Berichte, gute Fotos und starke Videos posten. Und sich dann noch zu allem Überdruss mit einer Spezies herumschlagen, die noch vor Jahren als Grippe-Erkrankung galt:  mit den Influencern.

Das neue Biedermeier

Das Jahr 2020 ist wohl das schrägste Jahr, das die meisten von uns je durchmessen haben. Da geriet alles aus den Fugen: Lockdown, Homeoffice, Maskenpflicht, Angstzustände. So viele Scheidungen wie nie zuvor. Die Pfeiler, auf denen unser aller Leben aufgebaut waren, zerbröselten binnen Tagen. Plötzlich war alles anders. Auch die heimische Society-Szene wurde schwer getroffen. Wo keine Partys, keine Veranstaltungen, keine Menschenansammlungen mehr erlaubt sind, hört das gesellschaftliche Leben auf. Wenn das neue Biedermeier mit voller Wucht uns alle in die heimischen Domizile zurücktreibt, wenn Balkonien zum einzigen Urlaubsort wird, wenn Fashion, Glamour, Abendroben und Selbstdarstellung über Nacht nicht mehr funktionieren, dann tun sich auch die Gesellschafts-Redakteurinnen schwer.

Also war es naheliegend, angesichts des seinerzeitigen Erfolgsmodells von Fortell, den Society-Reportern dieser Tage das zu geben, was sie am schmerzlichsten vermissen: eine spannende Story. Eine, in der es menschelt. Eine, die bewegt und aufwühlt.  Die sich jeder gerne anschaut.

Obwohl so viele hierzulande mit erhobenen Händen und mit kokettem Augenaufschlag behaupten, dass sie sich für die Gesellschaft, die Society, Gossip, Klatsch, Fama und Nachrede überhaupt nicht interessieren – jeder liest so etwas. Es sollte eine Geschichte sein, die ohne Almabtrieb, Fußball-Ländermatch und ohne Fürstenhochzeit detto imstande ist, die Gemüter zu erhitzen.

Von da bis zu unserer Idee, eine Rankinglist unserer heimischen Society zu erstellen, war es nur ein kleiner Schritt. Vorab galt es die Frage zu klären, wen man denn hier bewerten sollte. Langes Rätselraten in der ExtraDienst-Redaktion. Bis wir die alles entscheidende Idee hatten: Gemeinsam durchforsteten wir die Namenslisten von einem Dutzend heimischer Promi-Fotografen. Dort sind tausende Persönlichkeiten alphabetisch aufgeführt. Von einer Longlist weg, die rund 2000 Namen umfasste, reduzierten wir in der Redaktion  danach immer weiter, bis wir auf eine Shortlist von rund 350 Persönlichkeiten kamen.

Politiker klammerten wir aus. Gar nicht auszudenken, was für ein Elaborat hier verbreitet würde, wären ein HC Strache, der zu schöne, zu reiche und zu berühmte Karlheinz Grasser, Birgit Hebein im Pool, Mittelfinger-Streckerin Sigrid Maurer oder ein ampeltragender Gesundheitsminister in dieser Liste aufgeführt. Aber auch Stefan Petzner, Werner Fassabend und Andrea Kdolsky fielen ebenso dem Rotstift zum Opfer wie die allseits geschätzte und umtriebige niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Die alle haben wir uns und Ihnen, geschätzte Leser, diesmal erspart.

Von Christian W. Mucha

Die vollständige Ranking-List mit allen Bewertungen finden Sie hier ab Seite 60.

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Das größte Denkmal Österreichs

Vielfältige Argumente wurden seinerzeit ins Treffen geführt, warum die Großglockner Hochalpenstraße gebaut werden sollte. Der Tourismus, die Arbeitslosigkeit, die neue Nord-Süd-Verbindung. Die Öffentlichkeit verfolgte ihre Planung und Verwirklichung aufmerksam. Der verbreitete Konsens, dass der Glocknerstraße eine geradezu schicksalhafte Notwendigkeit innewohne, war vor allem zwei Männern zu verdanken. Dem Bauingenieur Franz Wallak (1887-1966) als Planer und Bauleiter der Straße sowie dem Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl (1990-1947) als politischer Mentor. Letzterer war es auch, der als energiescher Machtpolitiker das Projekt in Gang setzte.
Das kulturell-touristische Leitprojekt waren die 1920 gegründeten Salzburger Festspiele, die mit den Künstlern wie Max Reinhardt, Bruno Walter und Arturio Toscanini ein einmaliges internationales Ansehen gewannen. Das von Clemens Holzmeister geplante Festspielhaus, das von den besten bildenden Künstlern ausgeschmückt wurde, trug dazu bei, dass die Festspiele die Maßstäbe eines Gesamtkunstwerkes ausfüllten. Die weltberühmtesten Musiker und -theaterleute ihrer Zeit wirkten in Salzburg. Die Großglockner Hochalpenstraße war in Rehrs politischem Plan ein Komplementärprojekt zu den Festspielen. Den Festspielgästen, die häufig bereits über eigene Autos verfügten, versprach ein Besuch der Großglockner Hochalpenstraße ein geradezu sensationelles Tagesprogramm. Im Eröffnungsjahr 1935 befuhren rund 12.900 in Österreich zugelassene Automobile die Großglockner Hochalpenstraße. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Großglockner Hochalpenstraße zur politisch unumstrittenen Super-Sehenswürdigkeit. Anfang der 1960er Jahre verzeichnete die Glocknerstraße die höchsten Besucherzahlen ihrer Geschichte.

Wo die Festspiele der Natur über die Bühne gehen

2020 dürfen wir den Salzburger Festspielen zu ihrem hundertsten Geburtstag gratulieren. Seit jeher zieht es Gäste aus aller Welt nicht nur wegen der kulturellen Highlights nach Salzburg, sondern auch wegen der einzigartigen Natur. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der damalige Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl die Großglockner Hochalpenstraße als ergänzendes Projekt zu den Salzburger Festspielen erdacht und umgesetzt hat. Ihm und den Festspielen ist es zu verdanken, dass Besucher aus aller Welt Sommer für Sommer entlang der Großglockner Hochalpenstraße wahre Festspiele der Natur erleben dürfen: Angefangen beim höchsten Gipfel Österreichs, dem 3.798 Meter hohen Großglockner mit der Pasterze, dem längsten Gletscher der Ostalpen. Bis hin zu atemberaubenden Aussichten auf unzählige Dreitausender.

 

red

Mut-Macher, Charme-Offensiven, Virenkiller

COVERSTORY

Mut-Macher, Charme-Offensiven, Virenkiller: Mit starken Kampagnen machen dieser Tage Österreichs Werber Furore. Sie liefern damit den Beweis, was antizyklisches Werben zu bewirken vermag.

 

  • Weiters lesen Sie im neuen Heft

EDITORIAL

Mischkulanzen

Seit unser erstes Heft im Jänner 1984 auf den Markt kam, liefern wir – erst vierzehntägig, dann allmonatlich – den umfassendsten Branchendienst. Mit diesem Heft feiern wir Jubiläum. Das Geheimnis unseres Erfolges? Allen anderen immer einige Schritte voraus sein. Sich niemals unterkriegen lassen und – hart arbeiten. Darüber hinausgehend sollte man angstfrei sein.

Weiters lesen Sie im Leitartikel wie wenig zimperlich Armin Wolf ist, wenn es darum geht, 300 Euro für ein Handyfoto zu fordern und wie leise der ORF-Anchorman wird, wenn einem seiner Gäste furzmäßig eine üble braune Formulierung entgleitet.

COVERSTORY

Keine Quarantäne für Kreativität: Die Kurve der Werbung mit Bezug auf Corona und die Folgen zeigt jetzt nach oben. Solche Kampagnen erzielen in der Regel hohe Aufmerksamkeit, gelten aber auch als Balanceakt. Der ist vor allem dem Bundeskanzleramt mit der Kampagne „Schau auf dich, schau auf mich“, die mit 15 Millionen Euro die größte österreichische Werbekampagne aller Zeiten war und dem Unternehmen „Attensam“ höchst erfolgreich gelungen.

Stories

Umstrittene Corona-PR

Im Zuge der Corona Krise haben Solidaritätsaktionen Hochkonjunktur. Manche nennen dies nicht Solidarität, sondern Schleuderei. Wenn etwa eine Wiener Agentur ihre Leistungen honorarfrei auf der Basis von Gegengeschäften anbietet. Da regt sich Widerspruch in der Branche.

Lebensgefahr

Laut Jahresbilanz von „Reporter ohne Grenzen“ kamen 2019 zwar „nur“ 49 Journalisten ums Leben – gegenüber 86 im Vorjahreszeitraum. Aber 389 sitzen wegen ihrer Courage im Gefängnis.

Unsere besten Stimmungs-Macher

Zur Jurierung haben wir auf extradienst.at die Top-Presse- und Unternehmenssprecher des Landes vorgestellt. Sie, geschätzte Leser hatten in der Folge die Qual der unbeeinflussten Wahl, online die Besten der Besten zu küren.

Das sind Österrreichs Top-10 Kommunikatoren

  1. Herbert Oschep, Pressesprecher von LH H.P. Doskozil
  2. Thomas Saliger, XXXLutz Unternehmenssprecher
  3. Martin Biedermann, Leitung ORF Marketing & Kommunikation
  4. Hannes Roither, Palfinger Konzernsprecher
  5. Pia Buchner, Öster. Bundesforste, Pressesprecherin
  6. Christian Pucher, Pressesprecher LH Wilfried Haslauer
  7. Karin Steinhart, Manner Leitung Unternehmenskommunikation
  8. Bernhard Krumpel, Novomatic AG, Leitung Konzernkommunikation
  9. Philipp Bodzenta, Coca Cola, Director Public Affairs 6 Communications
  10. Hannes Wuchterl, ZEV Nah&Frisch, GF Marketing/Unternehmenssprecher

Rettungsanker

Bargeld in der Krise: Die Angst der Kunden vor Viren beschert elektronischer Bezahlung steigende Popularität.

Kostenwahrheit

Nicht alle stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand: Manche Branchen haben die Corona-Krise bisher besser bewältigt oder gar profitiert.

Panik-Attacken

Hacker nutzen die Krise für einen Großangriff auf Firmen und Konsumenten. Experten verzeichnen einen Anstieg der Attacken im Zusammenhang mit Corona von 30.000 Prozent. Der Home Office kann ebenfalls zum Ziel werden.

Die unfassbare Geschichte

Nach dem Erfolg mit Neuro Socks startet Wolfgang Cyrol jetzt mit NeuroVax durch – ein Plaster, das das Immunsystem optimieren soll. Klingt zu gut, um wahr zu sein? ExtraDienst nahm das Wunderteil unter die Lupe.

Starke Reaktionen

Ein neuer Trend überschwemmt die Videoplattform YouTube: Für Reaction-Videos filmen User sich selbst beim Anschauen von Videos.

Stereotypen in der Werbung

Auch heute, in Zeiten von Gleichberechtigung und Feminismus, setzt die Werbebranche auf Klischees und die konservativen Rollenbilder von Frau und Mann.

So ticken die Jungen heute

„Fridays for Future“-Demonstrationen sind bei ihnen im Trend, „Influencer“ haben ein Publikum von Millionen Followern in dieser Altersgruppe. ExtraDienst hörte sich um, wie die Jungen heutzutage ticken.

Frisch verliebt

Studiert man die Fernsehprogramme von Sendern wie RTL, dann stolpert man über eine Vielzahl von Dating-Formaten. Findet man bei der Bachelor, Love Island, Adam sucht Eva und Co. wohl die wahre Liebe? Und war die Gesellschaft bereit für die erste homosexuelle Dating-Show im deutschen Fernsehen?

Eine österreichische Erfolgsgeschichte

180.000 Produkte, 280.000 Aufträge, rund 40 Mio. Umsatz, das sind die durchaus beeindruckenden Eckdaten der größten heimischen Online-Druckerei, von druck.at.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Machen Sie mit uns eine Zeitreise durch 36 Jahre erfolgreiche Branchen-Berichterstattung mit ExtraDienst.

Uhren

Watch out

Neue Designs, technische Innovationen und eine unglaubliche Vielfalt: Mit diesen Uhrenmodellen wird die Branche spannender als je zuvor. ExtraDienst stellt Trends und Luxus-Modelle für Damen und Herren vor, die die Saison prägen.

Werbe-Ikonen

Prominente Werbeträger

Wenn Top-Promis wie Jennifer Lopez, Kendall Jenner oder Emilia Clarke als Testimonials agieren, läuft das Geschäft meist wie geschmiert. Denn schließlich will jeder genau das, was sein Lieblingsstar trägt und verwendet. Ekaterina Mucha präsentiert die Stars in den Werbe-Kampagnen.

 

„Durch den Rost gefallen“

Als Montagabend dieser Woche Lukas Resetarits einen Wut-Auftritt im ORF hinlegte und die grüne Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek mit deftigen Worten kritisierte, war eines klar: in solchen Momenten setzt Armin Wolf sein Schmeichelgesicht auf. Kritische Anmerkungen kommen da keine mehr. Ist ja auch kongruent mit der Ansicht des sich selbst für so wichtig nehmenden Moderators, der in solchen Momenten dann aber auch gerne auf seine Aufgabe als Anchorman des ORF vergisst: Denn als Lukas Resetarits (wohl in der Hitze des Gefechtes, unbedacht, nicht ahnend, was er da loslässt) der Sager „durch den Rost gefallen“ entschlüpft, beutelt es die Mehrzahl der Zuseher vor dem Fernsehschirm ganz ordentlich durch. So auch ExtraDienst-Herausgeber Christian W. Mucha, der gespannt darauf wartet, dass Wolf diese Entgleisung – im Sinne des Auftrages und einer sauberen Sprache im ORF – klarstellt, zurechtrückt und gerne auch mit höflichen Worten moniert. Doch nichts von alledem. Wolf lässt sich „sein“ Interview von solch einer Lappalie (denn anders kann er es nicht gesehen haben, wenn er nicht darauf reagiert) nicht zerstören. Der Beitrag – wiewohl aufgezeichnet – geht unkommentiert online.

Heftige Reaktionen

Erst das Facebook-Posting von Mucha löste dann über 400 Kommentare aus. Prominente wie Marika Lichter, Agenturchef Michael Kapfer oder Staranwalt Dr. Georg Zanger sind entsetzt. So postet Zanger auf Facebook: „Univ. Prof. Dr. Ruth Wodak schrieb schon im Jahr 2000: Es gibt im Alltagsdiskurs auch unbewusst verwendete Rassismen und Ausgrenzungen bzw. auch gedankenlose oder auf Unkenntnis beruhende Wahl von NS-Jargon („durch den Rost fallen“, „bis zur Vergasung“, usw.). Solche Wendungen sind in der Nazizeit schon in den öffentlichen Diskurs eingegangen und werden unbedacht und unreflektiert weitergegeben und gebraucht. Laut dem Leitfaden für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch des österreichischen Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit sollen solche Wendungen nicht mehr verwendet werden.“
Und auch im Print findet die Sache Widerhall. So berichtet „Österreich“: „Tatsächlich stammt die Formulierung aus dem Mittelalter – sie bekam aber durch die Ermordung von 6 Millionen Juden durch die Nazis eine neue Bedeutungsdimension und sollte heutzutage keinesfalls mehr benutzt werden.“
Für Christian W. Mucha ist die Diskussion, bei der auch viele – laut Mucha bedauerlicherweise – den Sager verharmlosen – eine wichtige Bereicherung: Der ED-Verleger: „Ich finde die hitzige Diskussion toll. So viele Leute sind plötzlich für Verbalentgleisungen sensibilisiert und denken erstmals über die wahre Bedeutung von gewissen Formulierungen nach. Ich habe dies Lektion vor zirka 10 Jahren gelernt: mir bis dahin bei Sätzen wie „durch den Rost gefallen“ nicht viel dabei gedacht. Heute bin ich sensibilisiert und suche nach besseren, sauberen und eleganteren Formulierungen. Und wenn nur 10 Leute durch diese Diskussion dazu auch sensibilisiert werden, dann ist die Übung gelungen.

 

Beitrag in “Österreich” am 13.5.2020